Häufige Fragen zur Beratung
Wann sollten wir bei Kinderwunsch ärztlichen Rat einholen?
Als Richtwert gilt: Sind Sie jünger als 35 Jahre und hat sich trotz regelmäßigem, ungeschützten Geschlechtsverkehr nach zwölf Monaten keine Schwangerschaft eingestellt, ist eine medizinische Abklärung empfehlenswert. Ab 35 sollten Sie diesen Schritt bereits nach etwa sechs Monaten gehen, da die Fruchtbarkeit mit dem Alter nachlässt. Bei Frauen über 40 kann eine sofortige Abklärung – oder eine Beratung schon zu Beginn des Kinderwunsches – sinnvoll sein, weil Zeit in dieser Lebensphase ein entscheidender Faktor ist.
Unabhängig vom Alter lohnt sich ein früherer Termin, wenn der Zyklus unregelmäßig ist oder ausbleibt, starke Regelschmerzen auftreten, eine Endometriose oder ein PCOS bekannt ist, Veränderungen an Gebärmutter oder Eileitern vorliegen, Hinweise auf eine eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit bestehen oder es wiederholt zu Fehlgeburten gekommen ist. Grundsätzlich sollten beide Partner untersucht werden.
Wie läuft das Erstgespräch bei uns ab?
Im ersten Termin möchten wir verstehen, wo Sie medizinisch und persönlich stehen. Unsere Kinderwunschärztinnen nehmen sich viel Zeit für Ihre Vorgeschichte, Ihren Zyklus, bisherige Erfahrungen und Ihre Fragen und ordnen vorhandene Befunde ein. Danach folgt eine Ultraschalluntersuchung, und wir planen gemeinsam die weitere Diagnostik – etwa Hormontests, Zyklusmonitoring, Eileiterdiagnostik oder ein Spermiogramm.
Dabei erklären wir offen, was wir empfehlen und warum. So lassen sich mögliche Ursachen zügig eingrenzen und die nächsten Schritte individuell festlegen.
Was brauche ich für das Erstgespräch und muss ich mich vorher für eine Behandlung entschieden haben?
Eine Entscheidung ist vorab nicht nötig. Gerade wenn Sie noch unsicher sind, gibt Ihnen das Gespräch Orientierung: Wir klären Ihre Fragen und geben Ihnen eine fundierte medizinische Einschätzung, auf deren Basis Sie in Ruhe weiterplanen können.
Nach der Terminbuchung erhalten Sie einen ausführlichen Anamnesebogen, damit wir uns gezielt vorbereiten können. Eine Diagnostik im Vorfeld ist nicht erforderlich. Vorhandene Befunde, Laborwerte oder Unterlagen früherer Behandlungen können Sie uns gern vorab schicken oder zum Termin mitbringen.
Kann das Erstgespräch auch per Video stattfinden?
Ja. Neben der persönlichen Beratung in unserem Privatzentrum in München bieten wir eine Videosprechstunde an. Sie läuft vertraulich und verschlüsselt über ein zertifiziertes System und dauert etwa eine Stunde. Die nötigen Unterlagen erhalten Sie vorab per E‑Mail, füllen sie online aus und senden sie an uns zurück.
Die Videosprechstunde deckt alle Aspekte der Kinderwunschberatung ab – für Paare, alleinstehende Frauen, lesbische Paare und Patientinnen, die sich über Social Freezing informieren möchten.
Welche Untersuchungen gehören zur Kinderwunschdiagnostik?
Üblich sind eine Hormonanalyse – insbesondere mit dem AMH-Wert zur Einschätzung der Eizellreserve –, ein Ultraschall von Eierstöcken und Gebärmutter, eine Zyklusdiagnostik zur Beurteilung der Follikel sowie eine Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit. Beim Partner gehört ein Spermiogramm dazu, bei Bedarf ergänzt durch eine erweiterte Spermiendiagnostik.
Je nach Situation können spezialisierte Tests hinzukommen, etwa Analysen der Gebärmutterschleimhaut oder immunologische Untersuchungen nach wiederholten Fehlgeburten.
Woran kann es liegen, wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt?
Die Gründe können bei der Frau, beim Mann oder bei beiden liegen – nicht selten wirken mehrere Faktoren zusammen. Bei Frauen stehen Störungen der Eizellreifung oder des Eisprungs, Endometriose, Veränderungen an Eileitern oder Gebärmutter, altersbedingt nachlassende Eizellqualität sowie hormonelle Erkrankungen wie PCOS, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder ein erhöhter Prolaktinspiegel im Vordergrund.
Bei Männern geht es vor allem um Spermienproduktion und ‑qualität, daneben um Varikozelen, Hodenerkrankungen, genetische Veränderungen, Infektionen, Störungen des Spermientransports oder bestimmte Medikamente. Bei einem Teil der Paare findet sich trotz gründlicher Untersuchung zunächst keine eindeutige Ursache (idiopathische Infertilität) – was nicht heißt, dass es keine gibt.
Sollte sich auch mein Partner untersuchen lassen?
Ja. Männliche Faktoren spielen eine ebenso große Rolle: Bei etwa der Hälfte der betroffenen Paare findet sich eine männliche Ursache oder Mitursache. Eine eingeschränkte Fruchtbarkeit bleibt beim Mann oft lange unbemerkt und lässt sich erst über ein Spermiogramm feststellen.
Deshalb sollten Frau und Mann möglichst von Anfang an gemeinsam untersucht werden. Viele Männer lassen ihre Fruchtbarkeit auch schon vor oder zu Beginn der Kinderwunschzeit prüfen – das Spermiogramm ist eine unkomplizierte Untersuchung und liefert früh eine erste Einschätzung.
Behandeln Sie auch Single-Frauen und lesbische Paare?
Ja. Neben heterosexuellen Paaren begleiten wir viele alleinstehende Frauen und Frauenpaare auf dem Weg zum Wunschkind — mithilfe von Spendersamen. Oft beginnen wir mit einer Insemination; je nach Alter und medizinischen Voraussetzungen kann aber auch eine IVF oder ICSI von Anfang an der sinnvollere Weg sein.
Im Erstgespräch besprechen wir die medizinischen, rechtlichen und organisatorischen Schritte – von der Auswahl einer Samenbank bis zur Planung der Behandlung.
Kann ich für eine Zweitmeinung zu Ihnen kommen?
Ja. Viele Patientinnen und Paare lassen bei uns bestehende Befunde, bisherige Behandlungen oder einen vorgeschlagenen Therapieplan einordnen – etwa wenn Fragen offen sind, mehrere Behandlungen hinter ihnen liegen oder eine wichtige Entscheidung ansteht. Wir sichten Ihre Unterlagen, bewerten den bisherigen Verlauf und besprechen, ob der Weg weiterhin sinnvoll ist oder welche Alternativen es gibt.
Hilfreich sind möglichst alle Laborbefunde, Arztbriefe, Stimulationspläne und nach IVF/ICSI die Embryologieberichte – am besten schon vor dem Termin. Ein Klinikwechsel ist nicht verpflichtend: Ob Sie Ihren bisherigen Weg fortsetzen oder die Behandlung bei uns weiterführen, entscheiden Sie in Ruhe.
Es klappt beim zweiten Kind nicht, sollten wir uns untersuchen lassen?
Wenn nach einer bereits eingetretenen Schwangerschaft über mindestens zwölf Monate (ab 35: sechs Monate) keine weitere zustande kommt, spricht man von sekundärer Sterilität. Das betrifft Schätzungen zufolge etwa jedes zehnte Paar mit Kinderwunsch.
Seit der ersten Schwangerschaft können sich Eizellreserve, Zyklus, Hormonlage, Gebärmutter oder Eileiter verändert haben; selten erschweren nach einem Kaiserschnitt Verwachsungen oder ein Nischendefekt der Narbe die Einnistung. Auch die Spermienqualität des Partners kann sich unbemerkt verändern. Eine gezielte Diagnostik kann daher zeigen, ob eine Behandlung nötig ist – oft genügt es, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln.
Wann ist nach einer Fehlgeburt eine weiterführende Abklärung sinnvoll?
Eine Fehlgeburt ist eine große Belastung. Die gute Nachricht: Nach einer einzelnen Fehlgeburt stehen die Chancen für die nächste Schwangerschaft weiterhin sehr gut; häufigste Ursache früher Fehlgeburten sind zufällige chromosomale Veränderungen des Embryos. Eine weiterführende Diagnostik ist vor allem nach wiederholten Fehlgeburten sinnvoll oder wenn zusätzliche Risikofaktoren oder Vorerkrankungen bestehen.
Mögliche Ursachen sind dann etwa Veränderungen der Gebärmutter, hormonelle oder metabolische Erkrankungen, Gerinnungs- und Autoimmunstörungen wie das Antiphospholipid-Syndrom, seltener genetische Faktoren der Eltern oder eine erhöhte DNA-Fragmentation der Spermien. Welche Untersuchungen nötig sind, klären wir im persönlichen Gespräch.
Häufige Fragen zu diagnostischen Verfahren & Behandlungen
Welche Behandlung ist bei unerfülltem Kinderwunsch sinnvoll?
Das entscheiden wir immer auf Grundlage Ihrer Befunde. Nicht jede Frau oder jedes Paar braucht eine künstliche Befruchtung: Häufig genügt es, die zugrunde liegende Ursache gezielt zu behandeln oder den Zyklus zu optimieren. Je nach Befund kommen vor allem diese Möglichkeiten infrage:
- Zyklusmonitoring bzw. VZO („Verkehr zum Optimum“): Mit Ultraschall und Hormonwerten bestimmen wir Ihre fruchtbaren Tage möglichst genau.
- Hormonelle Stimulation: Sie unterstützt die Eizellreifung und den Eisprung, zum Beispiel bei hormonellen Auffälligkeiten.
- Insemination (IUI): Sie ist sinnvoll, wenn die Eileiter frei sind und die Samenqualität höchstens leicht eingeschränkt ist.
- IVF oder ICSI: Sie kommen infrage bei verschlossenen Eileitern, deutlich eingeschränkter Spermienqualität oder wenn frühere Behandlungen nicht erfolgreich waren.
Welcher Weg für Sie am besten geeignet ist, besprechen wir nach der Diagnostik gemeinsam mit Ihnen.
Was sagt der Fruchtbarkeitstest aus und kann er vorhersagen, ob ich schwanger werde?
Kein einzelner Blutwert und keine Untersuchung kann zuverlässig vorhersagen, ob oder wann Sie schwanger werden. Der Fruchtbarkeitstest liefert aber wichtige Informationen: wie Ihre Eizellreserve im Verhältnis zu Ihrem Alter einzuordnen ist, ob es Hinweise auf eine ungewöhnlich niedrige Reserve oder hormonelle Auffälligkeiten (etwa bei PCOS oder Schilddrüsenstörungen) gibt und ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind.
Der AMH-Wert zeigt die Größe des Eizellvorrats, nicht die Qualität der Eizellen – dafür ist vor allem das Alter entscheidend. Ein niedriger Wert schließt eine natürliche Schwangerschaft nicht automatisch aus. Auffällige Ergebnisse prüft eine unserer Ärztinnen, bevor Sie Ihren Befund erhalten; bei deutlichen Abweichungen melden wir uns persönlich bei Ihnen.
Wie läuft der Fruchtbarkeitstest ab?
Sie haben die Wahl: Beim Test für zu Hause gewinnen Sie die Blutprobe mit einem kleinen Fingerpieks und schicken sie ein, alternativ nehmen wir das Blut in unserem Zentrum ab. In beiden Fällen analysieren wir sieben Hormonwerte in unserem Labor – AMH sowie FSH, LH, Estradiol, Prolaktin, Testosteron und TSH – und eine Kinderwunschärztin wertet sie individuell aus.
Da FSH, LH und Estradiol vom Zyklus abhängen, sollte die Blutentnahme zwischen dem 1. und 5. Zyklustag erfolgen. Der reine AMH-Basis-Check ist an jedem Zyklustag möglich. Anders als Ovulationstests aus der Drogerie, die nur den LH-Anstieg messen, gibt der Test einen Überblick über Eizellreserve und Hormonlage.
Wie bereitet sich der Mann auf ein Spermiogramm vor?
Beachten Sie die Hinweise zur Karenzzeit, die Sie vorab erhalten – die WHO empfiehlt derzeit zwei bis sieben Tage, je nach Fragestellung kann auch eine kürzere Karenz vorteilhaft sein. Alkohol, Drogen, starke körperliche Belastung und Fieber können die Werte vorübergehend verschlechtern. Teilen Sie uns bitte regelmäßige Medikamente oder kürzliche Erkrankungen mit.
Wer in der Nähe wohnt, kann die Probe nach Absprache zu Hause gewinnen; sie muss dann innerhalb von 40 Minuten und körpernah transportiert bei uns ankommen. Da die Spermienqualität schwankt, ist bei auffälligen Werten oft eine Kontrolle nach einigen Wochen sinnvoll – und ein auffälliges Spermiogramm schließt eine natürliche Schwangerschaft nicht automatisch aus.
Was ist eine Insemination und wie läuft sie ab?
Bei der Insemination (IUI) werden im Labor aufbereitete, bewegliche Spermien zum optimalen Zeitpunkt mit einem dünnen Katheter direkt in die Gebärmutter gegeben. Sie eignet sich etwa bei ungeklärtem Kinderwunsch, leicht eingeschränkter Spermienqualität, leichter Endometriose oder bei Spendersamen. Voraussetzung ist mindestens ein durchgängiger Eileiter.
Den Zeitpunkt bestimmen wir per Zyklusmonitoring, gegebenenfalls mit Auslösung des Eisprungs – im natürlichen oder mild stimulierten Zyklus. Die Aufbereitung der Probe dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden, der Eingriff selbst nur wenige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei. Etwa 14 Tage später ist ein Schwangerschaftstest möglich. Je nach Alter sind drei bis sechs Zyklen üblich, bevor über eine IVF nachgedacht wird.
Was ist der Unterschied zwischen IVF und ICSI?
Bei der IVF (In-vitro-Fertilisation) werden Eizellen und Spermien im Labor zusammengebracht, die Befruchtung geschieht von selbst. Bei der ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht. Das kommt vor allem infrage, wenn die Spermienqualität deutlich eingeschränkt ist oder bei einer früheren IVF kaum Eizellen befruchtet wurden.
Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von der Ursache des unerfüllten Kinderwunsches ab – das eine ist nicht per se erfolgreicher als das andere. Liegt keine männliche Fruchtbarkeitsstörung vor, erreichen IVF und ICSI in vielen Fällen vergleichbare Schwangerschafts- und Geburtenraten. Auch bei Frauen über 40 bringt die ICSI allein wegen des Alters keinen nachgewiesenen Vorteil, denn sie kann altersbedingte Veränderungen der Eizellqualität nicht ausgleichen.
Welche Risiken hat eine IVF?
Das wichtigste Risiko ist ein Überstimulationssyndrom (OHSS). Dabei reagieren die Eierstöcke sehr stark auf die Hormone und vergrößern sich; zudem kann sich Flüssigkeit im Bauchraum sammeln. Individuell dosierte Medikamente, moderne Protokolle und engmaschige Kontrollen senken das Risiko deutlich; bei erhöhtem Risiko können die Embryonen eingefroren und später übertragen werden. Komplikationen bei der Entnahme wie Blutungen oder Infektionen sind selten.
Das Mehrlingsrisiko hängt vor allem von der Zahl der übertragenen Embryonen ab – beim Transfer eines einzelnen Embryos ist es sehr gering und mit einer natürlichen Schwangerschaft vergleichbar.
In welchem Alter ist Social Freezing sinnvoll und wie viele Eizellen sollte man einfrieren?
Biologisch gilt: Je jünger Sie beim Einfrieren sind, desto besser die späteren Chancen, denn Anzahl und Qualität der Eizellen sinken – meist ab Mitte 30 deutlich. Die Jahre zwischen Ende 20 und Mitte 30 sind daher ein guter Zeitraum, sich mit dem Thema zu befassen. Auch mit 40 ist Social Freezing noch möglich, die Erfolgsaussichten sind dann aber deutlich geringer.
Als Orientierung können je nach Alter und gewünschter Kinderzahl etwa 20–30 reife Eizellen sinnvoll sein. Auch eine hohe Zahl an Eizellen garantiert kein Kind, denn nicht jede Eizelle übersteht das Auftauen. Im Gespräch berechnen wir Ihre individuellen Chancen und die sinnvolle Zielzahl.
Wie läuft Social Freezing ab und verbraucht es meine Eizellreserve?
Ein Zyklus dauert etwa zwei Wochen: Nach rund zehn bis zwölf Tagen hormoneller Stimulation mit Ultraschall- und Blutkontrollen wird die finale Reifung ausgelöst, etwa 36 Stunden später folgt die Eizellentnahme in kurzer Narkose. Die reifen Eizellen werden noch am selben Tag vitrifiziert und bei etwa −196 °C gelagert, wo sie biologisch nicht weiter altern.
Die Eizellreserve wird dadurch nicht schneller verbraucht, und die Wechseljahre beginnen nicht früher: Die Stimulation nutzt Follikel, die in jedem Zyklus ohnehin heranreifen und sonst zugrunde gehen würden. Möglich sind vorübergehend Spannungsgefühl, Blähungen oder Müdigkeit; langfristige Gesundheitsrisiken sind nach aktuellem Wissensstand nicht bekannt.
Kann man auch Spermien einfrieren lassen?
Ja – aus persönlichen Gründen, etwa wenn der Kinderwunsch erst deutlich später geplant ist, vor einer Vasektomie oder vor einer Behandlung wie einer Chemotherapie, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Eine allgemeine Altersgrenze gibt es nicht.
Nach Spermiogramm und Infektionsscreening wird die Probe aufbereitet, mit einem Gefrierschutzmedium versetzt und in flüssigem Stickstoff kryokonserviert. Wie viele Proben sinnvoll sind, hängt von der Spermienqualität und Ihrer Familienplanung ab – für eine spätere Insemination werden meist mehr Spermien benötigt als für eine ICSI.
Woher stammt der Spendersamen und ist die Samenspende anonym?
Wir arbeiten mit lizenzierten Samenbanken im In- und Ausland zusammen, unter anderem in Deutschland und Dänemark. Die Spender werden umfassend untersucht, etwa auf Infektionen sowie genetische und chronische Erkrankungen. Den Spender wählen Sie anhand geprüfter Profile selbst aus; auch ein bekannter Spender kommt infrage. Wünschen Sie sich später ein Geschwisterkind vom selben Spender, lassen sich je nach Samenbank weitere Proben reservieren.
Anonym ist die Spende nicht: Die Spenderdaten werden im Samenspenderregister erfasst, sodass das Kind seine genetische Herkunft erfahren kann – bis zum 16. Geburtstag über die Eltern, danach selbst. Der Spender hat keine rechtliche Elternrolle und ist nicht unterhaltspflichtig.
Häufige Fragen von Patientinnen und Patienten
Welche Online-Services gibt es für Patientinnen in Behandlung?
In unserem Patientenbereich erledigen Sie wichtige Schritte bequem online:
- Zyklustag melden: den ersten Tag Ihrer Periode übermitteln, damit wir die nächsten Behandlungsschritte planen können.
- Folgerezept anfordern: Rezeptanfragen für Ihre laufende Behandlung online senden.
- Monitoring-Termin buchen: zum Beispiel Termine für Ultraschall und Blutabnahme online vereinbaren.
- Geburtstermin berechnen: Ihren voraussichtlichen Entbindungstermin und weitere wichtige Termine der Schwangerschaft ermitteln.
Warum ist der erste Zyklustag für meine Behandlung wichtig?
Mit dem ersten Tag Ihrer Periode beginnt die Planung Ihrer nächsten Behandlungsschritte – etwa bei einer Insemination, IVF, ICSI, beim Social Freezing oder bei einem Kryozyklus. Damit wir Ihre Termine rechtzeitig abstimmen können, geben Sie uns bitte kurz Bescheid. Das geht ganz einfach online über unseren Patientenbereich.
Als Zyklustag 1 zählt der erste Tag einer echten Regelblutung mit frischem, rotem Blut; leichte Schmierblutungen davor zählen nicht mit. Beginnt die Blutung erst nach 18 Uhr, gilt der folgende Tag als Zyklustag 1.
Wie oft muss ich während der hormonellen Stimulation zur Kontrolle kommen?
Regelmäßige Ultraschallkontrollen sind wichtig, um Reifung und Anzahl der Follikel zu beurteilen und die Medikation anzupassen; je nach Verlauf bestimmen wir zusätzlich Hormonwerte. Die Abstände richten sich danach, wie Ihre Eierstöcke reagieren – beim Zyklusmonitoring sind es meist zwei bis drei Termine pro Zyklus im Abstand von zwei bis drei Tagen.
Reift kein Follikel heran, passen wir Dosierung oder Medikament an. Ihre Monitoring-Termine können Sie online buchen.
Kann ich während der Behandlung arbeiten oder Sport treiben?
Ja, in der Regel lässt sich die Behandlung gut mit Beruf und Alltag vereinbaren. Planen Sie lediglich etwas Zeit für die Kontrolltermine ein. Auch Sport ist grundsätzlich möglich. Sind die Eierstöcke durch die Stimulation stärker vergrößert oder nehmen Beschwerden zu, empfehlen wir, intensive Belastungen vorübergehend zu reduzieren.
Für den Tag der Eizellentnahme sollten Sie sich freinehmen. Nach einer Sedierung oder Narkose dürfen Sie mindestens 24 Stunden nicht selbst Auto fahren. Was in Ihrer Situation sinnvoll ist, besprechen wir gern individuell mit Ihnen.
Muss ich mich nach Insemination oder Embryotransfer schonen?
Nein, Bettruhe ist nicht erforderlich und verbessert die Chancen nicht. Nach einer Insemination können Sie nach einer kurzen Ruhepause Ihren Alltag inklusive Arbeit und Sport fortsetzen. Nach dem Embryotransfer sind normale Aktivitäten wie Spaziergänge in der Regel möglich; ob und wann leichter Sport infrage kommt, hängt von Ihrem Befinden und der Reaktion Ihrer Eierstöcke ab und wird individuell besprochen.
Wann kann ich einen Schwangerschaftstest machen?
Nach einer IVF oder ICSI mit Frischtransfer bestimmen wir das Schwangerschaftshormon hCG im Blut, in der Regel etwa 14 Tage nach der Eizellentnahme – also je nach Transfertag neun bis elf Tage nach dem Transfer. Den genauen Termin nennen wir Ihnen. Nach einer Insemination ist ein Test im Urin oder Blut nach etwa 14 Tagen möglich.
Bitte testen Sie nicht zu früh zu Hause: Noch nachweisbares hCG aus der Auslösespritze kann das Ergebnis verfälschen.
Bei welchen Beschwerden sollte ich mich sofort melden?
Nach der Eizellentnahme sind leichte Unterleibsschmerzen oder ein Spannungsgefühl für einige Tage normal. Melden Sie sich bitte bei starken oder zunehmenden Schmerzen. Bei starken oder zunehmenden Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen oder Atemnot ist eine sofortige ärztliche Abklärung wichtig, da dies auf ein Überstimulationssyndrom (OHSS) hindeuten kann.
Auch Blutungen in einer bereits bestehenden Schwangerschaft sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
Was passiert mit Embryonen, die nicht übertragen werden?
Geeignete befruchtete Eizellen oder Embryonen können mit Ihrem Einverständnis eingefroren und in unserer eigenen Kryobank aufbewahrt werden. So ist ein weiterer Versuch als Kryotransfer möglich, ohne erneute Stimulation und Eizellentnahme.
Über die Befruchtung und die weitere Entwicklung Ihrer Embryonen halten wir Sie während der Behandlung informiert.
Wie kann ich meinen Geburtstermin berechnen?
Im Patientenbereich finden Sie einen Geburtstermin-Rechner. Er ermittelt Ihren voraussichtlichen Entbindungstermin und weitere wichtige Termine im Schwangerschaftsverlauf – nach natürlicher Empfängnis (über den ersten Tag der letzten Periode oder den Tag des Eisprungs und die Zykluslänge) ebenso wie nach Insemination, IVF/ICSI oder Kryozyklus (über das Datum von Eizellentnahme, Insemination oder Embryotransfer an Tag 3 bzw. Tag 5).
Ich lebe im Ausland – wie läuft die Behandlung ab?
Viele Schritte finden vor Ihrer Anreise statt: In einer sicheren Videosprechstunde lernen Sie Ihre behandelnde Ärztin kennen und besprechen Vorgeschichte und Befunde. Viele Voruntersuchungen – etwa Hormonanalysen, Ultraschall oder Spermiogramm – lassen sich im Heimatland durchführen. Vor Behandlungsbeginn ist jedoch eine persönliche Vorstellung in München nötig, bei der wir Ihre Befunde bewerten und die Diagnostik ergänzen.
Danach erstellen wir Ihren individuellen Behandlungs- und Zeitplan. Für Schritte wie Eizellentnahme oder Embryotransfer kommen Sie nach München; auch nach Ihrer Rückreise begleiten wir Sie bei Bedarf weiter, zum Beispiel per Videosprechstunde.
Wie oft und wie lange muss ich nach München reisen?
Das hängt von Ihrer Therapie und Ihrem Behandlungsplan ab – bei IVF, ICSI oder Social Freezing ist die Aufenthaltsdauer zum Beispiel unterschiedlich. Wir stimmen die Termine möglichst frühzeitig und, soweit medizinisch möglich, gebündelt ab, damit Ihr Aufenthalt gut planbar und effizient ist.
Unser Zentrum liegt zentral in München und ist vom Hauptbahnhof und vom Flughafen bequem erreichbar.
In welchen Sprachen ist eine Beratung möglich?
Unsere Ärztinnen sprechen Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch. So können Sie alle Fragen zu Diagnostik und Behandlung direkt und in Ruhe in Ihrer gewünschten Sprache mit uns besprechen.
Häufige Fragen zu Kosten & Finanzierung
Was kostet ein Beratungstermin?
Für den Einstieg gibt es verschiedene Beratungsformate – persönlich in unserem Zentrum oder per Video. Als Orientierung gelten folgende Richtwerte, jeweils zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer:
- Persönliche Erstberatung vor Ort (ca. 30 Minuten): 120 €
- Videosprechstunde (ca. 1 Stunde): 120 €
- Beratung zu Kinderwunsch, Social Freezing oder Samenspende inklusive Ultraschall und Basis-Hormonuntersuchung (ca. 1 Stunde): 470–550 €
- Beratung bei Hormonstörungen inklusive Ultraschall und Basis-Hormonuntersuchung (ca. 30 Minuten): 120 €
- Zweitmeinung mit Sichtung der Vorbefunde und ausführlichem Gespräch: ca. 250–320 €
Zusätzliche Untersuchungen im Rahmen einer Zweitmeinung, etwa Laboranalysen, werden separat nach Aufwand berechnet.
Mit welchen Kosten muss ich für Untersuchungen rechnen?
Unsere Leistungen rechnen wir nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Die folgenden Beträge dienen Ihnen deshalb als Orientierung, jeweils zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer:
- Fruchtbarkeitstest vor Ort (AMH und sechs weitere Hormone, Auswertung innerhalb von fünf Tagen): 207 €
- Fruchtbarkeitstest für zu Hause, inklusive Testkit, Versand, Laboranalyse und ärztlicher Auswertung: 199 €
- AMH-Basis-Check: ca. 87 €
- Hormonanalyse: 220–380 €
- Zyklusmonitoring mit Ultraschall und Hormonbestimmung: ca. 150–170 € pro Termin
- Eileiterdiagnostik (HyCoSy/HyFoSy): 295 € zuzüglich ca. 90 € für den Kontrastschaum
- Spermiogramm: 165 €
- DNA-Fragmentationstest: 410 € inklusive Spermiogramm, ca. 265 €, wenn bereits ein aktuelles Spermiogramm vorliegt
- Endometriumbiopsie: 200 € zuzüglich der Kosten externer Labore
Den Fruchtbarkeitstest können Sie bequem online bezahlen, zum Beispiel per Kreditkarte. Bevor weitere Untersuchungen stattfinden, informieren wir Sie transparent über die voraussichtlichen Kosten.
Welche Kosten fallen bei einer IVF oder ICSI an?
Ein IVF-Zyklus kostet etwa 3.200 bis 3.600 €, eine ICSI etwa 6.200 bis 6.900 €; die endgültigen ICSI-Kosten hängen unter anderem von der Zahl der gewonnenen Eizellen ab. Hinzu kommen jeweils Anästhesie, externe Laboruntersuchungen und Medikamente, die je nach Alter und Eizellreserve etwa 400 bis 1.500 € ausmachen.
Optional können Zusatzverfahren wie Blastozystenkultur, EmbryoGlue oder die ZyMōt-Kammer sinnvoll sein; sie bespricht Ihre Ärztin auf Wunsch individuell mit Ihnen.
Welche Kosten entstehen beim Einfrieren von Eizellen oder Spermien?
Ein Social-Freezing-Zyklus kostet etwa 3.000 bis 3.500 €, zuzüglich Anästhesie, externem Labor und Medikamenten. Für die Lagerung der Eizellen fallen 380 € pro Jahr an (Lagerung bei der FERTILA GmbH).
Beim Einfrieren von Spermien setzen sich die Kosten aus Diagnostik, Kryokonservierung und langfristiger Lagerung zusammen. Sind mehrere Proben sinnvoll, erhalten Sie vorab eine individuelle Kostenübersicht.
Kann ich als gesetzlich Versicherte zu Ihnen kommen und zahlt meine Kasse?
Ja, gesetzlich Versicherte sind herzlich willkommen und nehmen unsere Leistungen als Selbstzahlerinnen in Anspruch. Als reines Privatzentrum können wir jedoch nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, und diese erstatten unsere Leistungen nicht.
Allgemein beteiligt sich die GKV unter bestimmten Voraussetzungen zu 50 % an einer Kinderwunschbehandlung. Keine Kostenbeteiligung gibt es unter anderem, wenn das Paar nicht verheiratet ist, die Frau über 40 oder der Mann über 50 ist, ab dem 9. Inseminationszyklus ohne Stimulation, ab dem 4. IVF- oder ICSI-Zyklus, nach einer medizinisch nicht indizierten Sterilisation oder wenn eine Samenspende nötig ist.
Übernimmt meine private Krankenversicherung die Kosten?
Jede private Krankenversicherung hat eigene Regelungen – je nach Tarif ist sogar eine Behandlung ohne Zuzahlung möglich. Voraussetzung ist in der Regel eine organische Ursache der Unfruchtbarkeit bei der versicherten Person und eine Erfolgswahrscheinlichkeit von mindestens 15 %. Feste Altersgrenzen oder eine Obergrenze für die Zahl der Zyklen gibt es meist nicht, und eine Ehe ist in der Regel nicht erforderlich. Nach Daten des Deutschen IVF-Registers liegen die Chancen bei Frauen bis einschließlich 42 Jahren häufig noch über 15 %.
Ist der Partner gesetzlich versichert und ebenfalls unfruchtbar, übernimmt die PKV auch dessen Behandlungskosten, wenn die GKV nicht zahlt. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung mit einem ärztlichen Gutachten, Kostenplan und den nötigen Unterlagen.
Werden Vorsorge- und Zusatzleistungen wie Social Freezing, Fruchtbarkeitstest oder PRP erstattet?
Meist handelt es sich um Selbstzahlerleistungen. Social Freezing aus persönlichen Gründen wird in der Regel nicht übernommen; bei medizinischer Indikation – etwa vor einer Chemo- oder Strahlentherapie oder im Einzelfall bei Endometriose – kann eine Kostenübernahme möglich sein. Ein vorsorglicher Fruchtbarkeitstest ohne Indikation wird von der GKV in der Regel nicht bezahlt. Bei PRP, Endometriumdiagnostik oder HyCoSy hängt eine Erstattung durch die PKV von Tarif und medizinischer Indikation ab.
Klären Sie eine mögliche Kostenübernahme am besten vorab mit Ihrer Versicherung – wir stellen Ihnen die erforderlichen medizinischen Unterlagen zur Verfügung.
Beteiligt sich mein Arbeitgeber an den Kosten?
Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden sogenannte Fertility Benefits an und übernehmen einen Teil der Kosten für Kinderwunschdiagnostik, für Behandlungen wie Insemination oder IVF sowie für das Einfrieren von Eizellen oder Spermien. Fragen Sie am besten in Ihrer Personalabteilung nach, ob Ihr Arbeitgeber ein solches Programm anbietet.
Unser Zentrum kooperiert mit Carrot Fertility, einem international tätigen Anbieter solcher Arbeitgeberleistungen. Ist Ihr Arbeitgeber Partner von Carrot, können Sie Ihre Behandlung bei uns im Rahmen Ihres Carrot-Programms in Anspruch nehmen.
Wir unterstützen Sie gern dabei, die erforderlichen Unterlagen für eine Erstattung zusammenzustellen, und besprechen mit Ihnen, welche Leistungen infrage kommen.