Was ist eine IVF?
IVF steht für In-vitro-Fertilisation und bedeutet, dass die Befruchtung außerhalb des Körpers stattfindet. Eizellen und Spermien treffen dabei in einer Kulturschale aufeinander. Das Spermium dringt selbstständig in die Eizelle ein. In den folgenden Tagen entwickelt sich ein Embryo, der dann in die bevor die Gebärmutterhöhle eingesetzt wird.
Was ist eine ICSI?
Bei der ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) wird ein einzelnes ausgewähltes Spermium mithilfe einer feinen Mikropipette direkt in die Eizelle eingebracht. Die Methode wird insbesondere eingesetzt, wenn die Spermienqualität deutlich eingeschränkt ist oder bei einer vorausgegangenen IVF keine oder nur wenige Eizellen befruchtet wurden.
IVF und ICSI unterscheiden sich damit in der Art der Befruchtung im Labor. Die hormonelle Stimulation, Eizellentnahme und weitere Behandlung verlaufen grundsätzlich identisch.
Unterschiedliche Formen der IVF-Behandlung
Für eine IVF- oder ICSI-Behandlung stehen unterschiedliche Möglichkeiten der Eizellreifung und hormonellen Stimulation zur Verfügung. Welche Form am besten geeignet ist, hängt unter anderem von Alter und Eizellreserve, bisherigen Behandlungen, möglichen Kontraindikationen und Ihren persönlichen Präferenzen ab.
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IVF mit hormoneller Stimulation
Bei der milden IVF wird die Eizellreifung mit einer niedrig dosierten hormonellen Stimulation unterstützt. Dieser sanftere Stimulationsansatz kann insbesondere bei niedriger Eizellreserve oder dann sinnvoll sein, wenn bewusst eine geringere hormonelle Belastung gewünscht wird. Die Behandlung stimmen wir individuell auf die ovarielle Ausgangssituation und die persönlichen Präferenzen ab.
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Milde IVF
Bei der milden IVF wird die Eizellreifung mit einer niedrig dosierten hormonellen Stimulation unterstützt. Dieser sanftere Stimulationsansatz kann insbesondere bei niedriger Eizellreserve oder dann sinnvoll sein, wenn bewusst eine geringere hormonelle Belastung gewünscht wird. Die Behandlung stimmen wir individuell auf die ovarielle Ausgangssituation und die persönlichen Präferenzen ab.
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IVF Naturelle
Bei der IVF Naturelle nutzen wir die natürliche Follikel- und Eizellreifung des eigenen Zyklus, ohne die Eierstöcke hormonell zu stimulieren. Der Eisprung wird gezielt ausgelöst, sodass die Eizellentnahme optimal geplant werden kann. Diese besonders hormonarme Form der IVF kann beispielsweise bei niedriger Eizellreserve, bei bestimmten medizinischen Kontraindikationen gegen eine Stimulation oder auf Wunsch der Patientin eine sinnvolle Alternative sein.
Mehr zu IVF Naturelle
Wann eine IVF oder ICSI sinnvoll sein
- wenn die Eileiter verschlossen oder deutlich in ihrer Funktion beeinträchtigt sind
- bei eingeschränkter Spermienqualität oder sehr geringer Spermienzahl – hier kann insbesondere eine ICSI sinnvoll sein
- bei Endometriose, wenndie Erkrankung und die individuelle Kinderwunschsituation für eine IVF-Behandlung sprechen
- bei altersbedingt sinkender Fruchtbarkeit oder eingeschränkter Eizellreserve
- wenn andere Kinderwunschbehandlungen keine ausreichenden Erfolgsaussichten bieten oder bereits erfolglos geblieben sind
- bei länger bestehendem unerfülltem Kinderwunsch ohne eindeutig erkennbare Ursache
IVF und ICSI in unterschiedlichen Lebenssituationen
Unsere fachärztliche Einschätzung — Die Rolle der IVF in der modernen Kinderwunschmedizin
Goldstandard
IVF und ICSI gehören zu den etablierten und wirksamsten Verfahren der modernen Kinderwunschmedizin. Entscheidend für den Erfolg ist jedoch nicht, möglichst früh oder möglichst intensiv zu behandeln, sondern die Behandlung passend zur individuellen Ausgangssituation zu wählen.
Für manche Patientinnen ist eine IVF bereits früh der medizinisch sinnvolle Weg, bei anderen können zunächst weniger invasive Behandlungen ausreichend sein. Alter, Eizellreserve, Eileiterfunktion, Spermienqualität und bisherige Behandlungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie persönliche Wünsche und Prioritäten.
Gemeinsam besprechen wir, welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation die besten medizinischen Voraussetzungen bietet, und entwickeln daraus einen Behandlungsweg, der fachlich sinnvoll ist und zu Ihnen passt.
IVF-Labor & ergänzende Verfahren
Eine IVF- oder ICSI-Behandlung lässt sich je nach Ausgangssituation durch unterschiedliche Verfahren im IVF-Labor ergänzen und individuell anpassen. Ob und welche davon sinnvoll sind, hängt von Ihren Befunden und dem bisherigen Behandlungsverlauf ab.
Nach IVF oder ICSI kann ein Teil der befruchteten Eizellen bis zum fünften oder sechsten Entwicklungstag im Labor weiterkultiviert werden. So lässt sich die Embryonalentwicklung länger beobachten und der geeignete Embryo für den Transfer auswählen.
Eizellen und Embryonen können mittels Vitrifikation eingefroren und für eine spätere Behandlung aufbewahrt werden. Dadurch können weitere Embryotransfere erfolgen, ohne dass erneut eine hormonelle Stimulation und Eizellentnahme erforderlich sind.
Sind im Ejakulat keine Spermien nachweisbar, können bei geeigneter Ausgangssituation Spermien operativ aus dem Hodengewebe gewonnen werden. Die gewonnenen Spermien können anschließend für eine ICSI-Behandlung verwendet und bei Bedarf kryokonserviert werden.
Bei der mikrofluidischen Spermienselektion werden bewegliche Spermien besonders schonend und ohne Zentrifugation ausgewählt. Das Verfahren kann insbesondere bei erhöhter DNA-Fragmentierung oder eingeschränkter Spermienqualität ergänzend eingesetzt werden.
Bei PICSI werden für die ICSI reife Spermien ausgewählt, die an Hyaluronsäure binden können. Das Verfahren kann insbesondere bei auffälliger Spermienqualität, erhöhter DNA-Fragmentierung, oder nach wiederholten Fehlgeburten als ergänzende Methode erwogen werden.
EmbryoGlue ist ein hyaluronsäurehaltiges Transfermedium, in dem der Embryo unmittelbar vor dem Embryotransfer vorbereitet wird. Für hyaluronsäureangereicherte Transfermedien gibt es Hinweise auf verbesserte Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten, insbesondere bei Frischtransferen.
Nach einer ICSI kann Calcium-Ionophor die Aktivierung der Eizelle unterstützen und damit die Befruchtung fördern. Das Verfahren kommt insbesondere nach einem vorausgegangenen Befruchtungsversagen oder bei einer sehr niedrigen Befruchtungsrate infrage.
Ablauf der IVF-Behandlung
Von der Behandlungsplanung bis zum Embryotransfer begleiten wir Sie im Privatzentrum Die Kinderwunschärztin in München Schritt für Schritt durch Ihre IVF- oder ICSI-Behandlung. Den genauen Ablauf stimmen wir individuell auf Ihre Ausgangssituation und das gewählte Behandlungsprotokoll ab.
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Planung & Vorbereitung
Vor Beginn der IVF- oder ICSI-Behandlung besprechen wir ausführlich den geplanten Ablauf mit Ihnen. Wir berücksichtigen Ihre bisherigen Befunde und Behandlungen, führen die erforderlichen Blutuntersuchungen und einen Ultraschall durch und legen gemeinsam das individuelle Stimulationsprotokoll fest. Dabei besprechen wir auch die Medikamente, den zeitlichen Ablauf und alle offenen Fragen.
Termin vereinbaren -
Kontrolle vor Behandlungsbeginn
Unmittelbar vor Beginn der Stimulation kontrollieren wir die Eierstöcke per Ultraschall und bestimmen die relevanten Hormonwerte.
Dabei prüfen wir, ob die Voraussetzungen für den Behandlungsstart gegeben sind – insbesondere, ob keine störenden Zysten vorliegen und die Ausgangssituation der Follikel für den geplanten Stimulationsbeginn passt.
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Hormonelle Stimulation & Kontrollen (8–12 Tage)
Anschließend beginnt die individuell abgestimmte hormonelle Stimulation. Ziel ist es, mehrere Follikel gleichzeitig zur Reifung zu bringen.
Mit regelmäßigen Ultraschall- und Hormonkontrollen verfolgen wir die Entwicklung und können die Dosierung bei Bedarf anpassen. Zusätzliche Medikamente verhindern einen vorzeitigen Eisprung.
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Eizellentnahme (Punktion)
Sobald die Follikel ausreichend entwickelt sind, wird die finale Eizellreifung gezielt ausgelöst. Etwa 36 Stunden später erfolgt die Eizellentnahme.
Dabei werden die Follikel unter vaginaler Ultraschallkontrolle mit einer feinen Nadel punktiert und die darin enthaltene Flüssigkeit abgesaugt. Anschließend werden die gewonnenen Eizellen in unserem IVF-Labor für die Befruchtung vorbereitet.
Der Eingriff dauert meist nur wenige Minuten und erfolgt in der Regel unter einer kurzen Narkose. Nach einer kurzen Erholungszeit und einem kleinen Frühstück können Sie unser Zentrum wieder verlassen.
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Befruchtung & Embryonalentwicklung im IVF-Labor
Nach der Eizellentnahme werden die gewonnenen Eizellen in unserem IVF-Labor befruchtet.
Bei der IVF werden Eizellen und aufbereitete Spermien zusammengebracht, sodass die Befruchtung selbstständig erfolgen kann. Bei der ICSI wird ein einzelnes ausgewähltes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht.
Am folgenden Tag sehen wir, welche Eizellen befruchtet wurden. Anschließend beobachten unsere Embryologinnen die weitere Entwicklung der Embryonen in der Kultur. Häufig werden diese bis zum Blastozystenstadium am fünften oder sechsten Entwicklungstag kultiviert. -
Embryotransfer (Tag 3 oder 5)
Der Zeitpunkt des Embryotransfers richtet sich nach der individuellen Situation und der Embryonalentwicklung.
Häufig erfolgt der Transfer am fünften Entwicklungstag im Blastozystenstadium, da sich die Entwicklung der Embryonen zu diesem Zeitpunkt bereits differenzierter beurteilen lässt. In bestimmten Situationen kann ein früherer Transfer sinnvoll sein.
Für den Transfer wird der ausgewählte Embryo mit einem sehr feinen Katheter durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingebracht. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten, erfordert keine Narkose und ist in der Regel schmerzfrei. -
Schwangerschaftstest (~14 Tage später)
Etwa zwei Wochen nach der Punktion erfolgt der Schwangerschaftstest durch die Bestimmung des Schwangerschaftshormons β‑hCG im Blut.
Bei einem positiven Ergebnis kontrollieren wir den weiteren Verlauf und vereinbaren zum passenden Zeitpunkt die erste Ultraschalluntersuchung.
Sollte keine Schwangerschaft eingetreten sein, besprechen wir das Ergebnis mit Ihnen. Gemeinsam schauen wir auf den bisherigen Behandlungsverlauf und die Embryonalentwicklung und überlegen, welche nächsten Schritte in Ihrer individuellen Situation sinnvoll sind.
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Persönliche und kontinuierliche Betreuung
Eine feste Fachärztin kennt Ihre Vorgeschichte und begleitet Sie kontinuierlich durch die Behandlung. So können Entscheidungen gemeinsam getroffen und bei Bedarf auch kurzfristig angepasst werden.
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Individuelle Behandlungsplanung
Jede IVF- oder ICSI-Behandlung wird individuell auf Ihre persönliche Ausgangssituation abgestimmt. Von der Wahl des Stimulationsprotokolls bis zu den einzelnen Behandlungsschritten berücksichtigen wir Ihre medizinischen Voraussetzungen, bisherigen Erfahrungen und persönlichen Wünsche.
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Modern ausgestattetes IVF-Reinraumlabor
Unser hochmodernes IVF-Labor bietet kontrollierte Bedingungen für Befruchtung, Embryokultur und Kryokonservierung. Ärztinnen und Embryologie arbeiten dabei eng und auf kurzen Wegen zusammen.
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Ein erfahrenes, eingespieltes Team
Die Ärztinnen, Embryolog:innen, Anästhesie und das Kinderwunschteam arbeiten eng zusammen und begleiten täglich viele IVF- und ICSI-Behandlungen. So greifen die einzelnen Schritte von Stimulation und Punktion bis zum Embryotransfer unmittelbar ineinander.
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Flexible Kontrollen – passend zu Ihrem Alltag
Gerade während einer IVF-Behandlung sind mehrere Termine in kurzer Zeit notwendig. Deshalb bieten wir Kontrollen auch früh morgens, am Nachmittag und ausgewählten Tagen auch am Abend an und versuchen, die Behandlung so gut wie möglich in Ihren Alltag zu integrieren.
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Einfach organisiert & gut erreichbar
Termine können unkompliziert online vereinbart werden, wichtige Informationen erhalten Sie schnell und direkt. Digitale Abläufe und kurze Kommunikationswege erleichtern die Organisation Ihrer Behandlung – gerade in den intensiveren Phasen einer IVF oder ICSI.
Das sagen unsere Patientinnen und Patienten
Kosten einer IVF- oder ICSI-Behandlung
Nachfolgend finden Sie typische Richtwerte für IVF- und ICSI-Behandlungen. Die tatsächlichen Kosten hängen von Ihrer individuellen Situation, dem gewählten Behandlungsverfahren und möglichen Zusatzleistungen ab.
Zur KostenübersichtDie Kosten einer IVF-Behandlung beinhalten die medizinische Betreuung, die Eizellentnahme, die Befruchtung im Labor sowie den Embryotransfer. Weitere Kosten entstehen durch die benötigten Medikamente und die Anästhesie. Je nach individueller Situation können zusätzliche Leistungen wie eine Kryokonservierung hinzukommen.
Termin vereinbarenDer Behandlungsablauf ist identisch zur IVF-Behandlung. Im Labor wird jedoch bei der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) jeweils ein einzelnes Spermium unter dem Mikroskop herausgesucht und direkt in die Eizelle injiziert – insbesondere bei eingeschränkter Spermienqualität oder erfolgloser IVF.
Termin vereinbarenZusätzlich zu den genannten Behandlungskosten kommen in der Regel folgende Kosten hinzu. Die Höhe hängt unter anderem vom gewählten Behandlungsprotokoll und der individuellen Situation ab.
- Medikamente zur hormonellen Stimulation (je nach Stimulation und Eizellreserve ca. 400–1.500 €)
- Anästhesie während der Follikelpunktion zur schmerzfreien Eizellentnahme (ca. 370 €)
- Gesetzlich vorgeschriebene Infektionsuntersuchungen vor der Behandlung (ca. 90 €)
Keine Fix- oder Pauschalpreise: Wir rechnen auf der Grundlage der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Gemäß GOÄ dürfen wir Ihnen für medizinische Leistungen keine Fix- oder Pauschalpreise nennen. Die genannten Preise sollen Orientierung geben und sind typisch für die genannten Behandlungen.
Evtl. Umsatzsteuerpflicht: Ärztliche Leistungen können umsatzsteuerpflichtig sein (derzeit 19%). Das trifft zu, falls nach erfolgter Diagnostik keine medizinische Indikation bzw. gesicherte Diagnose vorliegt und es sich deshalb nicht um eine Heilbehandlung im engeren Sinne handelt. Dies kann insbesondere bei Social Freezing Behandlungen der Fall sein, aber auch bei der Behandlung von Single-Mums und gleichgeschlechtlichen Paaren.
Gerne stellen wir Ihnen vorab für die geplante Behandlung detaillierte Kosteninformationen zur Verfügung. So können Sie eine Kostenübernahme durch ihre Private Krankenversicherung (PKV) vorab bestmöglich abklären. Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) erstatten die Kosten in unserem Zentrum nicht.
Häufige Fragen zu IVF / ICSI
Eine IVF- oder ICSI-Behandlung wirft oft viele Fragen auf. Hier finden Sie Antworten auf Themen, die Patient:innen besonders häufig beschäftigen.
Was ist der Unterschied zwischen IVF und ICSI?
Beide Verfahren gehören zur künstlichen Befruchtung. Die ICSI ist eine spezielle Befruchtungsmethode im Rahmen einer IVF-Behandlung. Bei der IVF (In-vitro-Fertilisation) werden Eizellen und Spermien im Labor zusammengebracht, sodass die Befruchtung selbstständig erfolgen kann. Bei der ICSI (Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion) wird dagegen ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht. Die ICSI kommt insbesondere bei deutlich eingeschränkter Spermienqualität oder dann zum Einsatz, wenn bei einer vorherigen IVF keine oder nur wenige Eizellen befruchtet wurden.
Was ist besser – IVF oder ICSI?
Weder IVF noch ICSI ist grundsätzlich besser. Welche Methode empfohlen wird, hängt von der Ursache des unerfüllten Kinderwunsches ab. Bei einer eingeschränkten Spermienqualität kann die ICSI die Chancen auf eine Befruchtung verbessern. Liegt keine männliche Fruchtbarkeitsstörung vor, erreichen IVF und ICSI in vielen Fällen vergleichbare Schwangerschafts- und Geburtenraten. Welche Behandlung für Sie sinnvoll ist, besprechen wir individuell auf Basis Ihrer Befunde und Ihrer Vorgeschichte.
Ist bei Frauen über 40 eine ICSI erfolgreicher als eine IVF?
Nicht grundsätzlich. Auch bei Frauen über 40 bietet die ICSI allein aufgrund des Alters keinen nachgewiesenen Vorteil gegenüber der IVF. Entscheidend sind insbesondere die Spermienqualität und die Befruchtungsergebnisse früherer Behandlungen. Altersbedingte Veränderungen der Eizellqualität kann die ICSI nicht ausgleichen. Welche Methode für Sie geeignet ist, besprechen wir anhand Ihrer persönlichen Befunde und Ausgangssituation.
Wie lange dauert eine IVF- oder ICSI-Behandlung insgesamt?
Vom Beginn der Hormonstimulation am Zyklusanfang bis zum Schwangerschaftstest dauert eine Behandlung mit einem frischen Embryotransfer meist etwa drei bis vier Wochen. Die Stimulationsphase umfasst in der Regel acht bis zwölf Tage und wird durch Ultraschall- und Hormonkontrollen begleitet. Anschließend erfolgen die Eizellentnahme und meist drei bis fünf Tage später der Embryotransfer. Bei einer Vorbehandlung oder einem späteren Kryotransfer verlängert sich der zeitliche Ablauf.
Ist eine IVF- oder ICSI-Behandlung schmerzhaft?
Die Injektionen können kurz unangenehm sein, werden aber meist gut vertragen. Die Eizellentnahme erfolgt in der Regel in einer kurzen Narkose oder Sedierung, sodass keine Schmerzen während des Eingriffs auftreten. Nach der Eizellentnahme können vorübergehend Unterbauchbeschwerden auftreten. Bei starken oder zunehmenden Beschwerden sollten Sie sich bei uns melden. Der Embryotransfer ist normalerweise schmerzfrei.
Wie viele IVF- oder ICSI-Versuche sind häufig notwendig?
Das ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Paare erreichen bereits im ersten Behandlungszyklus eine Schwangerschaft, während andere mehrere Versuche benötigen. Die Erfolgsaussichten hängen unter anderem vom Alter der Frau, der Ursache des unerfüllten Kinderwunsches, Vorerkrankungen und weiteren Faktoren ab. Nicht jeder weitere Versuch erfordert eine erneute Eizellentnahme: Sind geeignete befruchtete Eizellen oder Embryonen eingefroren, können diese für einen späteren Kryotransfer genutzt werden.
Was passiert mit befruchteten Eizellen, die nicht eingesetzt werden?
Geeignete befruchtete Eizellen oder Embryonen, die nicht übertragen werden, können mit Ihrem Einverständnis kryokonserviert (eingefroren) und für einen späteren Behandlungszyklus aufbewahrt werden. So können weitere Behandlungsversuche durchgeführt werden, ohne die gesamte IVF- oder ICSI-Behandlung erneut durchlaufen zu müssen.
Muss ich mich nach dem Embryotransfer schonen?
Bettruhe ist nach dem Embryotransfer nicht erforderlich und verbessert die Erfolgschancen nicht. Normale Alltagsaktivitäten und z.B. Spaziergänge sind in der Regel möglich. Ob und wann leichter Sport möglich ist, hängt unter anderem von Ihrem Befinden und der Reaktion Ihrer Eierstöcke auf die Stimulation ab. Welche körperlichen Belastungen während Ihrer Behandlung möglich und sinnvoll sind, besprechen wir individuell mit Ihnen.
Wann kann ich nach dem Embryotransfer einen Schwangerschaftstest machen?
Ob eine Schwangerschaft eingetreten ist, prüfen wir mit einer Blutuntersuchung auf das Schwangerschaftshormon hCG. Bei einem Frischtransfer erfolgt diese bei uns in der Regel etwa 14 Tage nach der Eizellentnahme – je nach Transfertag also etwa neun bis elf Tage nach dem Embryotransfer. Den genauen Termin teilen wir Ihnen mit. Zu frühe Tests zu Hause können irreführend sein, beispielsweise durch noch nachweisbares hCG aus der Auslösespritze.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer IVF- oder ICSI-Behandlung?
Die Kostenübernahme hängt von Ihrer Versicherung, dem vereinbarten Tarif und den medizinischen Voraussetzungen ab. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten häufig ganz oder teilweise, wenn bei der versicherten Person eine organisch bedingte Fruchtbarkeitsstörung vorliegt und die Behandlung medizinisch notwendig ist. Dies gilt auch für unverheiratete Paare. Eine einheitliche Begrenzung der Behandlungsversuche gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht; mögliche Einschränkungen sind tarifabhängig.
Gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich unter bestimmten Voraussetzungen grundsätzlich mit 50 % an den genehmigten Behandlungskosten, teilweise mit zusätzlichen Leistungen. Als Privatzentrum können wir nicht direkt mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Wir unterstützen Sie gern mit einem Kostenplan und den erforderlichen medizinischen Unterlagen zur Klärung einer möglichen Erstattung.
Welche Risiken gibt es bei einer IVF- oder ICSI-Behandlung?
Zu den möglichen Risiken einer IVF gehören vor allem eine hormonelle Überstimulation der Eierstöcke (OHSS), sowie seltene Komplikationen bei der Eizellentnahme, etwa Blutungen oder Infektionen. Werden mehrere Embryonen übertragen, steigt das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft. Schwere Komplikationen sind selten.
Durch eine individuell abgestimmte Hormonbehandlung lässt sich das Überstimulationsrisiko deutlich reduzieren. Engmaschige Kontrollen helfen, frühzeitig zu reagieren. Bei starken oder zunehmenden Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen oder Atemnot ist eine umgehende ärztliche Abklärung wichtig. Der Transfer eines einzelnen Embryos senkt das Mehrlingsrisiko erheblich. Welche Risiken für Sie persönlich relevant sind und wie wir ihnen vorbeugen, besprechen wir ausführlich vor der Behandlung.
Was ist ein Überstimulationssyndrom (OHSS)?
Ein Überstimulationssyndrom (OHSS) kann auftreten, wenn die Eierstöcke besonders stark auf die Hormonbehandlung reagieren. Dabei vergrößern sie sich, und es kann sich Flüssigkeit im Bauchraum ansammeln. Mögliche Beschwerden sind ein ausgeprägtes Spannungsgefühl im Bauch, Bauchschmerzen und Übelkeit. Schwere Verläufe sind heutzutage selten.
Durch individuell dosierte Medikamente, moderne Behandlungsprotokolle und engmaschige Kontrollen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Bei erhöhtem Risiko können die Embryonen zunächst eingefroren und erst in einem späteren Zyklus übertragen werden. So dass es nur noch sehr selten vorkommt.
Erhöht eine IVF das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften?
Das Mehrlingsrisiko hängt vor allem davon ab, wie viele Embryonen übertragen werden. Beim Transfer eines einzelnen Embryos – dem Single Embryo Transfer – ist das Risiko sehr gering, vergleichbar mit einer natürlichen Schwangerschaft. Selten können dennoch eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich der Embryo teilt.
Wie kann ich den Erfolg einer IVF oder ICSI verbessern?
Neben der medizinischen Behandlung können auch Lebensstilfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Mit einer ausgewogenen ballaststoffreichen Ernährung, regelmäßiger Bewegung sowie dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol schaffen Sie gute gesundheitliche Voraussetzungen für die Kinderwunschbehandlung und eine spätere Schwangerschaft. Auch für den Partner ist eine gesunde Lebensweise wichtig – insbesondere der Rauchverzicht, da Rauchen die Spermienqualität beeinträchtigen kann.
Folsäure sollten Sie bereits bei Kinderwunsch einnehmen, um die frühe Entwicklung des Kindes zu unterstützen und bestimmten Fehlbildungen vorzubeugen. Ob und welche weiteren Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, besprechen wir individuell mit Ihnen. Spezielle „Fruchtbarkeitsdiäten“ oder Präparate sind keine Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.
Ausreichend Schlaf und ein bewusster Umgang mit Stress können zudem dazu beitragen, die Behandlung körperlich und emotional gut zu begleiten. Gerne beraten wir Sie individuell zu unterstützenden Maßnahmen.
Kann ich während einer IVF- oder ICSI-Behandlung arbeiten?
Die Behandlung lässt sich häufig mit dem Berufsalltag vereinbaren. Während der Stimulation sollten Sie Zeit für regelmäßige Kontrolltermine einplanen. Für den Tag der Eizellentnahme und die anschließende Erholung benötigen Sie eine Pause. Nach einer Sedierung oder Narkose dürfen Sie mindestens 24 Stunden nicht selbst Auto fahren. Ob weitere Auszeiten sinnvoll sind, hängt von Ihrem Befinden und Ihrer beruflichen Tätigkeit ab.