Warum es zu einer Fehlgeburt kommen kann
Fehlgeburten sind häufig und entstehen besonders in der frühen Schwangerschaft meist durch zufällige chromosomale Veränderungen des Embryos. Eine einzelne Fehlgeburt bleibt daher häufig ein einmaliges Ereignis und bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung oder Störung vorliegt. In vielen Fällen ist nach einer einzelnen Fehlgeburt noch keine weiterführende Diagnostik erforderlich. Viele Frauen werden anschließend erneut schwanger und erleben eine normal verlaufende Schwangerschaft mit der Geburt eines gesunden Kindes.
Treten Fehlgeburten wiederholt auf, kann eine gezielte Abklärung sinnvoll sein. Mögliche Einflussfaktoren reichen von genetischen und anatomischen Ursachen über hormonelle Erkrankungen bis hin zu bestimmten Gerinnungs- oder Autoimmunerkrankungen. Nicht immer lässt sich eine eindeutige Ursache feststellen. Ziel der Diagnostik ist es, mögliche Risikofaktoren zu erkennen und die weiteren Schritte individuell zu planen.
Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei der Einnistung, der frühen Entwicklung der Plazenta und dem Erhalt einer Schwangerschaft. Bestimmte Autoimmunerkrankungen und immunologische Veränderungen können mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten verbunden sein. Dazu gehören beispielsweise das Antiphospholipid-Syndrom, bestimmte Schilddrüsenautoimmunerkrankungen oder auch eine bislang unerkannte Zöliakie. Darüber hinaus werden weitere Veränderungen der mütterlichen Immunantwort als mögliche Einflussfaktoren bei wiederholten Fehlgeburten untersucht.
Insbesondere bei wiederholten Fehlgeburten ohne bislang erkennbare Ursache kann daher in ausgewählten Situationen eine weiterführende immunologische Diagnostik sinnvoll sein. Welche Untersuchungen dabei tatsächlich hilfreich sind, beurteilen wir individuell anhand Ihrer Vorgeschichte und bisherigen Befunde. Dabei berücksichtigen wir auch, dass die wissenschaftliche Evidenz für einzelne immunologische Untersuchungen unterschiedlich ist.
Für wen eine weiterführende Fehlgeburtsdiagnostik sinnvoll sein kann


Experteneinschätzung bei wiederholten Fehlgeburten
Wiederholte Fehlgeburten können unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen hormonelle Faktoren wie Schilddrüsen- oder Stoffwechselstörungen ebenso wie genetische Veränderungen, anatomische Auffälligkeiten der Gebärmutter, bestimmte Gerinnungs- und Autoimmunerkrankungen oder weitere immunologische Faktoren. Auch das Alter und die damit verbundene Eizell- und Embryonenqualität spielen eine wichtige Rolle. Nicht immer lässt sich jedoch eine eindeutige Ursache feststellen – häufig kommen mehrere Faktoren zusammen.
Umso wichtiger ist eine sorgfältige medizinische Einordnung der bisherigen Schwangerschaften und aller vorliegenden Befunde. Eine gezielte Diagnostik kann helfen, mögliche Risikofaktoren zu erkennen und daraus individuell sinnvolle nächste Schritte abzuleiten. Und auch nach mehreren Fehlgeburten besteht in vielen Fällen weiterhin eine gute Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft und die Geburt eines gesunden Kindes.
Diagnostische Verfahren im Überblick
Die Diagnostik dient dazu, mögliche Ursachen und Risikofaktoren wiederholter Fehlgeburten gezielt abzuklären. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von Ihrer persönlichen Vorgeschichte und den bisherigen Befunden ab.
Anatomische Veränderungen der Gebärmutter finden sich bei etwa 5 % aller Frauen, bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten jedoch deutlich häufiger – bei etwa 10 – 15 Prozent. Dazu zählen beispielsweise eine Trennwand der Gebärmutter (Septum) oder andere angeborene Formen. Mithilfe eines hochauflösenden Ultraschalls und eines 3D-Ultraschalls können wir die Form der Gebärmutter und insbesondere der Gebärmutterhöhle erkennen.
Auffälligkeiten wie eine angeborene Trennwand der Gebärmutter (Septum), Myome, Polypen oder Verwachsungen können die Einnistung oder den Verlauf einer Schwangerschaft beeinflussen. Bei entsprechender Indikation kann ergänzend eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) sinnvoll sein. Dabei lassen sich Veränderungen der Gebärmutterhöhle besonders genau beurteilen und – wenn möglich und sinnvoll – direkt behandeln.
Bestimmte Störungen der Blutgerinnung können mit wiederholten Fehlgeburten und Schwangerschaftskomplikationen verbunden sein. Eine besondere Bedeutung hat das Antiphospholipid-Syndrom (APS), eine Autoimmunerkrankung, bei der bestimmte Antikörper die Blutgerinnung und die Entwicklung der Plazenta beeinflussen können. Zur Abklärung werden gezielt sogenannte Antiphospholipid-Antikörper im Blut untersucht.
Je nach persönlicher und familiärer Vorgeschichte können darüber hinaus weitere erworbene oder angeborene Veränderungen der Blutgerinnung in die Diagnostik einbezogen werden. Welche Gerinnungsparameter in Ihrer individuellen Situation sinnvoll sind, entscheiden wir anhand Ihrer bisherigen Schwangerschaften, möglicher Risikofaktoren und bereits vorliegender Befunde.
Genetische Veränderungen zählen zu den häufigsten Ursachen früher Fehlgeburten. Häufig handelt es sich dabei um zufällige Veränderungen der Chromosomenzahl oder ‑struktur des Embryos, deren Risiko mit zunehmendem Alter der Frau steigt.
In einigen Fällen können jedoch auch genetische Veränderungen bei den Eltern eine Rolle spielen – selbst dann, wenn beide vollkommen gesund sind. Bei etwa 2 bis 5 Prozent der Paare mit wiederholten Fehlgeburten findet sich eine sogenannte balancierte Chromosomenveränderung, häufig eine Translokation. Dabei ist das gesamte Erbgut vorhanden, einzelne Chromosomenabschnitte sind jedoch anders angeordnet. Für den Träger selbst hat dies meist keine gesundheitlichen Folgen, bei der Bildung von Ei- oder Samenzellen kann jedoch eine ungünstige Chromosomenverteilung entstehen und dadurch das Risiko für eine Fehlgeburt steigen.
Zur weiteren Abklärung kann daher eine Chromosomenanalyse beider Eltern sinnvoll sein. Zusätzlich können genetische Untersuchungen des Schwangerschaftsgewebes wichtige Hinweise auf mögliche Ursachen liefern. Wir arbeiten hierfür mit spezialisierten humangenetischen Instituten zusammen.
Männlicher Faktor und Spermienqualität
Auch der männliche Faktor kann bei wiederholten Fehlgeburten eine wichtige Rolle spielen und sollte immer in die gemeinsame Abklärung einbezogen werden. Neben der klassischen Spermienqualität können insbesondere die Integrität der Spermien-DNA sowie Alter, Vorerkrankungen und Lebensstil des Mannes Einfluss auf die reproduktive Gesundheit haben.
Ein Spermiogramm gibt zunächst Aufschluss über Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien. Ergänzend kann insbesondere bei wiederholten Fehlgeburten ein DNA-Fragmentierungstest sinnvoll sein. Dabei wird untersucht, bei welchem Anteil der Spermien vermehrt DNA-Strangbrüche vorliegen. Eine erhöhte DNA-Fragmentierung kann unter anderem mit oxidativem Stress, Rauchen, Übergewicht, Entzündungen, einer Varikozele oder zunehmendem väterlichen Alter zusammenhängen und mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten assoziiert sein.
Deshalb betrachten wir bei der Fehlgeburtsdiagnostik nicht nur die Frau, sondern beziehen auch die Spermienqualität und mögliche beeinflussbare Risikofaktoren des Mannes mit ein.
Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei der Einnistung, der Entwicklung der Plazenta und dem Erhalt einer Schwangerschaft. Bestimmte Autoimmunerkrankungen und Veränderungen der mütterlichen Immunantwort können mit wiederholten Fehlgeburten in Zusammenhang stehen.
Zu den etablierten immunologischen Ursachen gehört insbesondere das Antiphospholipid-Syndrom (APS). Je nach Vorgeschichte können auch weitere Hinweise auf Autoimmunerkrankungen untersucht werden, beispielsweise Schilddrüsenautoantikörper, antinukleäre Antikörper (ANA) oder eine bislang unerkannte Zöliakie.
In ausgewählten Situationen kann darüber hinaus eine erweiterte reproduktionsimmunologische Diagnostik infrage kommen. Dazu können beispielsweise die Untersuchung verschiedener Immunzellpopulationen und natürlicher Killerzellen (NK-Zellen) sowie – bei entsprechender Fragestellung – weitere immunologische Konstellationen wie KIR- und HLA-Merkmale gehören.
Nicht alle immunologischen Untersuchungen sind wissenschaftlich gleichermaßen etabliert und nicht jeder auffällige Laborwert ist automatisch die Ursache einer Fehlgeburt. Deshalb wählen wir die Untersuchungen individuell anhand Ihrer Vorgeschichte und bisherigen Befunde aus und ordnen die Ergebnisse immer im Gesamtzusammenhang ein. Für spezialisierte Analysen arbeiten wir mit erfahrenen immunologischen Laboren zusammen.
Hormone spielen eine wichtige Rolle für die Eizellreifung, den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und die frühe Entwicklung einer Schwangerschaft. Bei wiederholten Fehlgeburten beziehen wir deshalb mögliche hormonelle und stoffwechselbedingte Einflussfaktoren gezielt in die Diagnostik ein.
Eine besondere Rolle spielt die Schilddrüse. Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion können den Zyklus und den Schwangerschaftsverlauf beeinflussen. Neben dem TSH-Wert können je nach Vorgeschichte auch die freien Schilddrüsenhormone und Schilddrüsenautoantikörper bestimmt werden.
Auch Zyklus- und Eizellreifungsstörungen sowie das PCO-Syndrom (PCOS) können mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten verbunden sein. Beim PCOS spielen neben hormonellen Veränderungen häufig auch metabolische Faktoren wie eine Insulinresistenz eine Rolle.
Progesteron ist insbesondere nach dem Eisprung und in der frühen Schwangerschaft von zentraler Bedeutung für die Gebärmutterschleimhaut und den Erhalt der Schwangerschaft. Bei entsprechender Fragestellung können daher auch die zweite Zyklushälfte und die Progesteronbildung beurteilt werden. Da Progesteronwerte im natürlichen Zyklus deutlich schwanken, werden die Ergebnisse immer im Zusammenhang mit dem Zyklusverlauf und den übrigen Befunden bewertet.
Welche hormonellen Untersuchungen sinnvoll sind, legen wir individuell anhand Ihrer Vorgeschichte, Ihres Zyklus und bereits vorliegender Befunde fest.
Hilfe nach einer Fehlgeburt: Der Weg zur individuellen Abklärung
Mit moderner Diagnostik und langjähriger Erfahrung unterstützen wir Sie bei der Abklärung wiederholter Fehlgeburten.
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Erstgespräch
Zu Beginn nehmen wir uns Zeit für Ihre medizinische Vorgeschichte, den Verlauf Ihrer bisherigen Schwangerschaften und mögliche Risikofaktoren. Gemeinsam ordnen wir ein, welche Untersuchungen in Ihrer persönlichen Situation sinnvoll sind.
Termin vereinbaren -
Blutdiagnostik
Je nach Vorgeschichte und bisherigen Befunden können verschiedene Laboruntersuchungen sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise hormonelle Werte, Schilddrüsenparameter, bestimmte Autoantikörper sowie ausgewählte Gerinnungs- und immunologische Parameter.
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Ultraschall und weitere Untersuchungen
Mit einem hochauflösenden Ultraschall können wir die Gebärmutter und ihre Struktur beurteilen. Bei entsprechender Fragestellung kann ergänzend ein 3‑D-Ultraschall oder in manchen Fällen eine Gebärmutterspiegelung sinnvoll sein.
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Genetische Untersuchungen (falls erforderlich)
Bei wiederholten Fehlgeburten kann eine Chromosomenanalyse beider Partner sinnvoll sein. Wenn Schwangerschaftsgewebe zur Verfügung steht, kann auch dessen genetische Untersuchung wichtige Hinweise auf die Ursache einer Fehlgeburt liefern.
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Zusammenführung der Befunde
Alle Ergebnisse werten wir sorgfältig aus und besprechen diese gemeinsam mit Ihnen, um ein umfassendes Bild der möglichen Ursachen zu erhalten.
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Individuelle Empfehlung
Auf Grundlage der Ergebnisse besprechen wir gemeinsam, welche weiteren Schritte sinnvoll sind – von einer gezielten Behandlung einzelner Risikofaktoren bis hin zu einer individuellen Begleitung bei erneutem Kinderwunsch oder in einer folgenden Schwangerschaft.
Tender Loving Care: Einfühlsame Begleitung nach einer Fehlgeburt
Nach wiederholten Fehlgeburten ist eine erneute Schwangerschaft häufig mit vielen Sorgen und Ängsten verbunden. Im Rahmen des sogenannten Tender Loving Care begleiten wir Sie deshalb gerade in den ersten Schwangerschaftswochen besonders engmaschig – mit regelmäßigen Ultraschallkontrollen, persönlichen Gesprächen und einer kontinuierlichen ärztlichen Betreuung.
Studien geben Hinweise darauf, dass eine solche intensive und unterstützende Begleitung nach wiederholten Fehlgeburten einen positiven Einfluss auf den weiteren Schwangerschaftsverlauf haben kann. Gleichzeitig geben die regelmäßigen Kontrollen Sicherheit und ermöglichen es uns, die Entwicklung der Schwangerschaft frühzeitig zu beurteilen und bei Bedarf individuell zu reagieren.
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Zeit für Ihre Geschichte
Nach wiederholten Fehlgeburten bleiben häufig viele Fragen und Unsicherheiten. Wir nehmen uns Zeit, Ihre Vorgeschichte genau zu verstehen, eine gründliche Diagnostik durchzuführen und gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte zu planen.
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Umfassende Diagnostik
Wir klären mögliche Ursachen strukturiert und nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ab. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der erweiterten und immunologischen Diagnostik.
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Psychologische Unterstützung
Fehlgeburten können emotional sehr belastend sein. Wenn Sie sich zusätzliche Unterstützung wünschen, ermöglichen wir Ihnen eine begleitende psychologische Betreuung.
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Begleitung in der nächsten Schwangerschaft
Auch nach Eintritt einer erneuten Schwangerschaft bleiben wir an Ihrer Seite. Mit engmaschigen Kontrollen und persönlicher ärztlicher Betreuung begleiten wir Sie besonders in den ersten Schwangerschaftswochen.
Das sagen unsere Patientinnen und Patienten
Kosten der Fehlgeburtsdiagnostik
Die Kosten richten sich nach den individuell erforderlichen Untersuchungen. Welche diagnostischen Schritte sinnvoll sind, hängt von Ihrer persönlichen Situation und den bisherigen Befunden ab.
Zur KostenübersichtAusführliche Anamnese, Ultraschall und erste Basis-Hormone als Einstieg in die Abklärung. Hilfreich, um den bisherigen Verlauf einzuordnen und die nächsten Diagnostik-Schritte gezielt zu planen.
*Hinweis: Reines Beratungsgespräch ohne Diagnostik ca. 120 €
Termin vereinbarenDiese Untersuchung ist vor allem Bestandteil der Kinderwunsch-Diagnostik. Bei Bedarf kann sie ergänzend eingesetzt werden, insbesondere wenn zusätzlich ein längerer unerfüllter Kinderwunsch abgeklärt werden soll. Zusätzlich fallen Kosten für einen speziellen Kontrastschaum i.H.v. ca. 90 € an.
Termin vereinbarenKurze Gewebeentnahme aus der Gebärmutterschleimhaut zur erweiterten Diagnostik (z. B. Mikrobiom, Immunmarker/uterine NK-Zellen, ERA-Test). Zusätzlich fallen Kosten der externen Labore an, die die Proben analysieren. Diese werden direkt durch das externe Labor abgerechnet.
Termin vereinbarenErgänzend zur Diagnostik bei der Frau ist ein Spermiogramm sinnvoll, um auch den männlichen Faktor (z. B. Spermienanzahl, Beweglichkeit und Form) in die Abklärung der Fehlgeburten einzubeziehen.
Termin vereinbarenWenn ein aktuelles Spermiogramm vorliegt, kann die DNA-Fragmentierung der Spermien auch einzeln untersucht werden. Die Analyse erfolgt in unserem hauseigenen Andrologie-Labor und wird fachärztlich ausgewertet. Den Befund erhalten Sie in der Regel innerhalb weniger Tage verschlüsselt per E‑Mail.
Termin vereinbarenKeine Fix- oder Pauschalpreise: Wir rechnen auf der Grundlage der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Gemäß GOÄ dürfen wir Ihnen für medizinische Leistungen keine Fix- oder Pauschalpreise nennen. Die genannten Preise sollen Orientierung geben und sind typisch für die genannten Behandlungen.
Evtl. Umsatzsteuerpflicht: Ärztliche Leistungen können umsatzsteuerpflichtig sein (derzeit 19%). Das trifft zu, falls nach erfolgter Diagnostik keine medizinische Indikation bzw. gesicherte Diagnose vorliegt und es sich deshalb nicht um eine Heilbehandlung im engeren Sinne handelt. Dies kann insbesondere bei Social Freezing Behandlungen der Fall sein, aber auch bei der Behandlung von Single-Mums und gleichgeschlechtlichen Paaren.
Gerne stellen wir Ihnen vorab für die geplante Behandlung detaillierte Kosteninformationen zur Verfügung. So können Sie eine Kostenübernahme durch ihre Private Krankenversicherung (PKV) vorab bestmöglich abklären. Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) erstatten die Kosten in unserem Zentrum nicht.
Häufige Fragen nach einer Fehlgeburt
Wie merkt man eine Fehlgeburt und wie fühlt sie sich an?
Eine Fehlgeburt kann sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Häufig treten Blutungen, krampfartige Schmerzen im Unterleib oder Rückenschmerzen auf. Auch ein plötzliches Nachlassen von Schwangerschaftssymptomen wie Übelkeit oder Brustspannen kann ein Hinweis sein.
Nicht jede Fehlgeburt verursacht jedoch Beschwerden. Bei einer sogenannten verhaltenen Fehlgeburt bleibt die Schwangerschaft zunächst bestehen, obwohl sich der Embryo nicht weiterentwickelt. Die Diagnose erfolgt dann häufig erst beim nächsten Ultraschall.
Wie sieht das Blut bei einer Fehlgeburt aus?
Eine Blutung bei einer Fehlgeburt kann sehr unterschiedlich sein. Sie kann zunächst wie eine leichte Regelblutung oder Schmierblutung beginnen, aber auch stärker werden und mit Unterbauchkrämpfen verbunden sein.
Das Blut kann hell- oder dunkelrot, manchmal auch bräunlich sein. Bei stärkeren Blutungen können Blutgerinnsel und – abhängig von der Schwangerschaftswoche – auch Gewebe mit abgehen.
Wichtig: An Farbe, Stärke oder Aussehen der Blutung allein lässt sich nicht sicher erkennen, ob eine Fehlgeburt vorliegt. Blutungen können auch bei einer intakten Schwangerschaft auftreten. Bei Blutungen in der Schwangerschaft sollte deshalb insbesondere bei stärkeren Beschwerden immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Wie lange eine Blutung nach einer Fehlgeburt anhält, ist individuell unterschiedlich. Häufig dauert sie einige Tage, manchmal auch länger als eine Woche.
Wann kann man nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden?
Nach einer Fehlgeburt kann grundsätzlich bereits wenige Wochen später wieder ein Eisprung stattfinden – und damit auch eine erneute Schwangerschaft möglich sein. Wann der richtige Zeitpunkt für einen neuen Versuch ist, hängt jedoch von der individuellen Situation, dem körperlichen Verlauf und auch davon ab, wann Sie sich emotional wieder bereit fühlen.
Nach einer unkomplizierten frühen Fehlgeburt ist aus medizinischer Sicht meist keine längere Wartezeit notwendig. Auch nach einer Ausschabung müssen Sie in der Regel nicht mehrere Monate warten. Häufig empfehlen wir, dem Körper zunächst einige Wochen Zeit zur Erholung zu geben und die nächste Regelblutung abzuwarten. Danach kann bei einem unkomplizierten Verlauf meist wieder eine Schwangerschaft angestrebt werden.
Bei wiederholten Fehlgeburten oder einem länger bestehenden Kinderwunsch kann vor einer erneuten Schwangerschaft eine gezielte Diagnostik sinnvoll sein, um mögliche Ursachen abzuklären und die nächsten Schritte individuell zu planen.
Tritt erneut eine Schwangerschaft ein, begleiten wir Sie auf Wunsch besonders in den ersten Wochen engmaschig – mit persönlichen Gesprächen und regelmäßigen Kontrollen.
Was sind häufige Ursachen für wiederholte Fehlgeburten?
Wiederholte Fehlgeburten können unterschiedliche Ursachen haben – und manchmal kommen mehrere Faktoren zusammen. Besonders häufig liegen chromosomale Veränderungen des Embryos zugrunde. Sie entstehen meist zufällig bei der Entwicklung der Eizelle oder des Embryos und treten mit zunehmendem Alter der Frau häufiger auf.
Daneben können Veränderungen der Gebärmutter, hormonelle oder metabolische Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder ein PCO-Syndrom sowie bestimmte Gerinnungsstörungen – insbesondere das Antiphospholipid-Syndrom – eine Rolle spielen. Auch Endometriose und Adenomyose können mit einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko verbunden sein.
Seltener findet sich bei einem der beiden Partner eine erbliche Chromosomenveränderung. Auch männliche Faktoren können beteiligt sein: Insbesondere eine erhöhte DNA-Fragmentation der Spermien wird mit wiederholten Fehlgeburten in Verbindung gebracht.
Nicht bei allen Paaren lässt sich jedoch eine eindeutige Ursache feststellen. Eine strukturierte Diagnostik hilft uns dabei, mögliche Einflussfaktoren zu erkennen und die weitere Behandlung individuell zu planen.
Was löst eine Fehlgeburt am häufigsten aus?
Die häufigste Ursache einer frühen Fehlgeburt sind chromosomale Veränderungen des Embryos. Sie entstehen meist zufällig bei der Entwicklung der Ei- oder Samenzelle oder während der frühen Embryonalentwicklung. Dadurch kann sich der Embryo nicht normal weiterentwickeln und die Schwangerschaft endet. Mit zunehmendem Alter der Frau treten solche chromosomalen Veränderungen häufiger auf.
Daneben können auch andere Faktoren eine Fehlgeburt begünstigen, beispielsweise Veränderungen der Gebärmutter, hormonelle oder metabolische Erkrankungen, bestimmte Autoimmun- oder Gerinnungsstörungen sowie weitere mütterliche oder väterliche Faktoren. Häufig lässt sich nach einer einzelnen Fehlgeburt jedoch keine eindeutige Ursache feststellen.
Eine einzelne Fehlgeburt bedeutet daher in der Regel nicht, dass grundsätzlich etwas nicht stimmt oder eine weitere Schwangerschaft nicht erfolgreich verlaufen kann.
Kann man nach mehreren Fehlgeburten trotzdem erfolgreich schwanger werden?
Ja – auch nach mehreren Fehlgeburten ist eine erfolgreiche Schwangerschaft in vielen Fällen möglich. Entscheidend ist eine individuelle Abklärung möglicher Risikofaktoren und eine gezielte Begleitung der frühen Schwangerschaft. Wir besprechen mit Ihnen, welche nächsten Schritte medizinisch sinnvoll sind.
Welche Rolle spielen Hormone oder Immunfaktoren bei Fehlgeburten?
Hormone spielen für die Einnistung und den Erhalt einer frühen Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Dazu gehört insbesondere Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut auf die Schwangerschaft vorbereitet und die frühe Schwangerschaft unterstützt. Auch Schilddrüsenfunktionsstörungen, ein PCO-Syndrom oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes können das Fehlgeburtsrisiko beeinflussen. Ob ein isolierter Progesteronmangel tatsächlich die Ursache einer Fehlgeburt ist, lässt sich allerdings nicht immer eindeutig feststellen. In bestimmten Situationen kann eine Behandlung mit Progesteron dennoch sinnvoll sein.
Auch das Immunsystem ist an Einnistung und Schwangerschaft beteiligt. Bestimmte Autoimmunerkrankungen, insbesondere das Antiphospholipid-Syndrom, sind als mögliche Ursache wiederholter Fehlgeburten gut belegt. Darüber hinaus werden weitere immunologische Faktoren untersucht, deren Bedeutung wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt ist.
Welche Untersuchungen und Behandlungen sinnvoll sind, hängt deshalb immer von der individuellen Vorgeschichte und den bisherigen Befunden ab.
Können auch genetische Ursachen der Eltern eine Rolle spielen?
Ja. Neben zufälligen Chromosomenveränderungen beim Embryo können seltener auch genetische Veränderungen bei einem Elternteil eine Rolle spielen. Bei Bedarf sind genetische Untersuchungen von Schwangerschaftsgewebe oder eine Chromosomenanalyse beider Partner möglich.
Wann ist eine weiterführende Fehlgeburtsdiagnostik sinnvoll?
Eine weiterführende Diagnostik ist vor allem bei wiederholten Fehlgeburten sinnvoll oder wenn zusätzliche Risikofaktoren oder Vorerkrankungen bestehen. Ziel ist es, mögliche Ursachen gezielt einzugrenzen und die weiteren Schritte individuell zu planen. Welche Untersuchungen nötig sind, klären wir im persönlichen Gespräch.
Wie hoch ist das Risiko für eine weitere Fehlgeburt?
Nach einer einzelnen Fehlgeburt sind die Chancen auf eine erfolgreiche nächste Schwangerschaft weiterhin sehr gut. Entscheidend ist vor allem das Alter der Frau und die Anzahl der vorausgegangenen Fehlgeburten.
So liegt die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Lebendgeburt nach einer Fehlgeburt bei Frauen unter 35 Jahren bei etwa 80–85 %, zwischen 35 und 39 Jahren bei rund 70 % und zwischen 40 und 44 Jahren bei etwa 50 %. Mit mehreren vorausgegangenen Fehlgeburten nimmt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft ab – dennoch ist eine Lebendgeburt auch nach wiederholten Fehlgeburten weiterhin gut möglich (Quelle: Kolte AM et al., Human Reproduction 2021)