Was ist die PRP-Behandlung bei Kinderwunsch?
PRP (Platelet Rich Plasma) wird in der Kinderwunschmedizin als ergänzende Behandlung insbesondere bei dünner Gebärmutterschleimhaut sowie bei eingeschränkter Eierstockfunktion untersucht. Die wissenschaftliche Evidenz ist je nach Einsatzgebiet unterschiedlich und bislang nicht ausreichend, um PRP als etablierte Standardbehandlung zu empfehlen. Deshalb setzen wir PRP ausschließlich nach individueller ärztlicher Beratung und sorgfältiger Abwägung ein.
PRP wird aus Eigenblut gewonnen und ist reich an Blutplättchen sowie körpereigenen Wachstumsfaktoren. Für die Behandlung wird eine kleine Menge Blut entnommen und in einem speziellen Verfahren aufbereitet.
In der Reproduktionsmedizin wird PRP vor allem für zwei unterschiedliche Anwendungen untersucht: die Einbringung in die Gebärmutterhöhle zur Unterstützung des Endometriums und die Injektion in die Eierstöcke bei eingeschränkter ovarieller Funktion. Für beide Verfahren wird ein möglicher therapeutischer Nutzen untersucht; sie gehören derzeit jedoch nicht zu den etablierten Standardbehandlungen der Reproduktionsmedizin.
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PRP zur Unterstützung der Gebärmutter (Endometrium)
Bei der intrauterinen PRP-Behandlung wird das aufbereitete plättchenreiche Plasma über einen dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Untersucht wird dieses Verfahren insbesondere bei wiederholt dünner oder unzureichend aufgebauter Gebärmutterschleimhaut sowie bei wiederholtem Implantationsversagen.
Inzwischen liegen mehrere randomisierte Studien und Metaanalysen vor, die vielversprechende Ergebnisse zeigen. Insbesondere bei Patientinnen mit dünnem Endometrium wurde unter PRP ein verbesserter Aufbau der Gebärmutterschleimhaut beobachtet. Einige Studien zeigen darüber hinaus höhere Implantations‑, klinische Schwangerschafts- und teilweise auch Lebendgeburtenraten.
Die bisherigen Studien unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Patientenauswahl, Herstellung, Dosierung und Anwendung des PRP. PRP ist daher weiterhin keine etablierte Standardtherapie, kann aber bei ausgewählten Patientinnen nach individueller ärztlicher Beratung als ergänzende Behandlungsoption erwogen werden. -
PRP zur Unterstützung der Eierstöcke (Ovarien)
Beim intraovariellen PRP wird das aufbereitete plättchenreiche Plasma unter Ultraschallkontrolle direkt in das Eierstockgewebe injiziert. Untersucht wird dieses Verfahren insbesondere bei Frauen mit eingeschränkter Eizellreserve oder geringer Reaktion auf eine hormonelle Stimulation (Poor Ovarian Response).
Einzelne Studien berichten über Veränderungen von AMH-Werten, Follikelentwicklung oder Eizellausbeute. Ob PRP jedoch die ovarielle Reserve tatsächlich beeinflussen oder die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt erhöhen kann, ist bislang nicht ausreichend belegt. Insbesondere für Frauen mit vorzeitiger Ovarialinsuffizienz (POI) lässt sich derzeit keine Wiederherstellung der Eierstockfunktion versprechen.
Wann kann eine PRP-Behandlung sinnvoll sein
PRP ist keine routinemäßige Kinderwunschbehandlung. Bei ausgewählten Patientinnen kann sie jedoch als ergänzende Therapieoption erwogen werden. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Ausgangssituation und davon ab, ob PRP an der Gebärmutterschleimhaut oder an den Eierstöcken eingesetzt werden soll.
PRP an der Gebärmutterschleimhaut kann insbesondere erwogen werden bei:
- wiederholt dünner oder unzureichend aufgebauter Gebärmutterschleimhaut
- wiederholtem Implantationsversagen nach IVF oder ICSI
- ausgeprägten Veränderungen oder Schädigungen des Endometriums, beispielsweise beim Asherman-Syndrom
PRP an den Eierstöcken kann in ausgewählten Fällen diskutiert werden bei:
- eingeschränkter Eizellreserve, beispielsweise bei niedrigem AMH-Wert
- geringer Reaktion auf vorausgegangene hormonelle Stimulationsbehandlungen (Poor Ovarian Response)
- vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POI)
Die wissenschaftliche Evidenz unterscheidet sich je nach Einsatzgebiet: Für intrauterines PRP liegen insbesondere bei dünnem Endometrium inzwischen mehrere Studien mit positiven Ergebnissen vor. Für PRP an den Eierstöcken ist der klinische Nutzen bislang weniger gut belegt. Deshalb prüfen wir individuell, ob eine PRP-Behandlung in Ihrer Situation sinnvoll sein kann.
Risiken und Grenzen einer PRP-Behandlung
- Vorübergehende Beschwerden
Nach der Behandlung können vorübergehend leichte Schmerzen, ein Ziehen im Unterbauch oder geringe Blutungen auftreten. Bei einer PRP-Behandlung der Eierstöcke können die Beschwerden ähnlich wie nach einer Follikelpunktion sein. - Risiken bei intrauterinem PRP
Die Einbringung des PRP in die Gebärmutter erfolgt über einen dünnen Katheter und ist insgesamt wenig invasiv. Sehr selten können stärkere Blutungen oder Infektionen auftreten. - Risiken bei intraovariellem PRP
Die Behandlung der Eierstöcke erfolgt durch eine transvaginale Punktion unter Ultraschallkontrolle. Damit bestehen – ähnlich wie bei einer Eizellentnahme – Risiken wie Blutungen, Infektionen oder Verletzungen benachbarter Strukturen. Bei Durchführung in Sedierung kommen die damit verbundenen allgemeinen Risiken hinzu. - Keine garantierte Wirkung
Nicht jede Patientin profitiert von einer PRP-Behandlung. Ob und in welchem Ausmaß sich Endometrium, ovarielle Reaktion oder Behandlungsergebnis verändern, lässt sich individuell nicht sicher vorhersagen. - Noch begrenzte wissenschaftliche Evidenz
PRP gehört in der Reproduktionsmedizin bislang nicht zu den etablierten Standardbehandlungen. Für intrauterines PRP liegen insbesondere bei dünnem Endometrium inzwischen mehrere Studien mit positiven Ergebnissen vor. Für PRP an den Eierstöcken ist die Evidenz deutlich begrenzter. Weitere hochwertige Studien sind notwendig, um Nutzen, optimale Anwendung und langfristige Sicherheit abschließend zu beurteilen.
Unsere fachärztliche Einschätzung zur PRP-Behandlung
Erweiterte Option
PRP wird in verschiedenen Bereichen der Medizin bereits seit vielen Jahren eingesetzt. Auch in der Reproduktionsmedizin wird intensiv untersucht, ob die im plättchenreichen Plasma enthaltenen körpereigenen Wachstumsfaktoren therapeutisch genutzt werden können.
Besonders interessant ist derzeit die Anwendung an der Gebärmutterschleimhaut. In den vergangenen Jahren wurden mehrere randomisierte Studien und Metaanalysen veröffentlicht, die insbesondere bei wiederholt dünnem Endometrium positive Ergebnisse zeigen – sowohl hinsichtlich des Schleimhautaufbaus als auch teilweise hinsichtlich Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten. Gleichzeitig sind die Studien noch heterogen, sodass PRP derzeit nicht als etablierte Standardtherapie angesehen werden kann.
Die PRP-Behandlung der Eierstöcke beurteilen wir zurückhaltender. Zwar gibt es erste interessante Studien zu Patientinnen mit eingeschränkter Eizellreserve oder geringer Reaktion auf eine hormonelle Stimulation. Ob sich dadurch jedoch die ovarielle Funktion oder insbesondere die Chance auf eine Lebendgeburt relevant verbessern lässt, ist bislang nicht ausreichend belegt.
Für uns ist PRP deshalb eine mögliche ergänzende Behandlungsoption für sorgfältig ausgewählte Patientinnen. Wir besprechen transparent, was die aktuellen Studien zeigen, wo noch Unsicherheiten bestehen und ob die Behandlung in der jeweiligen individuellen Situation medizinisch sinnvoll erscheint.
PRP individuell in die Behandlung integrieren
Je nachdem, welches Behandlungsziel verfolgt wird, unterscheidet sich der Zeitpunkt der PRP-Anwendung. Wir stimmen die Behandlung individuell auf den Zyklus, den Befund und die weitere Kinderwunschbehandlung ab.
Bei wiederholt dünner oder unzureichend aufgebauter Gebärmutterschleimhaut kann PRP gezielt in der ersten Zyklushälfte eingesetzt werden. Abhängig von Schleimhautbefund und Zyklusverlauf bringen wir das aufbereitete PRP meist zwei- bis dreimal im Abstand von etwa zwei bis drei Tagen zwischen dem 5. und 12. Zyklustag über einen dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle ein. Der Aufbau des Endometriums wird dabei mittels Ultraschall und bei Bedarf durch Hormonbestimmungen begleitet.
Soll PRP im Zusammenhang mit einem Embryotransfer eingesetzt werden, erfolgt die intrauterine Anwendung in der Regel etwa ein bis zwei Tage vor dem geplanten Transfer. Ziel ist es, das Endometrium unmittelbar vor der Implantationsphase zu unterstützen. Die Anwendung kann abhängig von der individuellen Situation in einen natürlichen oder hormonell vorbereiteten Transferzyklus integriert werden.
Bei einer IVF- oder ICSI-Behandlung kann intraovarielles PRP im Rahmen einer ohnehin geplanten Follikelpunktion durchgeführt werden. Das aufbereitete PRP wird dabei unter Ultraschallkontrolle direkt in das Eierstockgewebe injiziert. Ist keine Eizellentnahme geplant, kann die PRP-Injektion separat in der frühen Follikelphase erfolgen. Ob eine ovarielle PRP-Behandlung sinnvoll erscheint und zu welchem Zeitpunkt sie durchgeführt wird, entscheiden wir individuell anhand der Eizellreserve, vorausgegangener Stimulationsverläufe und der weiteren Behandlungsplanung.
Ablauf der PRP-Behandlung bei Kinderwunsch
In unserem Kinderwunschzentrum begleiten wir Sie strukturiert und transparent durch alle Schritte der PRP-Behandlung. Der genaue Ablauf richtet sich danach, ob PRP zur Unterstützung der Eierstöcke, der Gebärmutter oder im Rahmen einer IVF/ICSI eingesetzt wird.
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Ärztliche Beratung & Behandlungsplanung
Termin vereinbarenZu Beginn erfolgt ein ausführliches ärztliches Gespräch. Dabei klären wir Ihre bisherige Kinderwunschgeschichte, vorausgegangene Behandlungen und Ihre persönlichen Ziele.
Ergänzend führen wir Ultraschalluntersuchungen sowie – je nach Fragestellung – eine hormonelle Diagnostik (z. B. AMH-Wert) durch. So können wir beurteilen, ob eine PRP-Behandlung für Ihre persönliche Situation medizinisch sinnvoll ist. Anschließend besprechen wir gemeinsam, ob und zu welchem Zeitpunkt PRP eingesetzt werden soll.
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Gewinnung und Aufbereitung des PRP
Am Behandlungstag wird Ihnen eine kleine Menge Blut abgenommen. In einem speziellen Zentrifugationsverfahren wird das Blut aufbereitet, sodass plättchenreiches Plasma (PRP) mit einer hohen Konzentration körpereigener Wachstumsfaktoren entsteht. Die Aufbereitung erfolgt unter kontrollierten Reinraumbedingungen und höchsten hygienischen Standards.
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PRP an der Gebärmutterschleimhaut
Das aufbereitete PRP wird über einen dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle eingebracht.
Die Anwendung ist vergleichbar mit einer Insemination oder einem Embryotransfer und erfordert keine Narkose. Je nach Behandlungsziel kann PRP während des Schleimhautaufbaus mehrfach oder gezielt vor einem geplanten Embryotransfer angewendet werden.
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PRP an den Eierstöcken
Das PRP wird unter Ultraschallkontrolle mit einer feinen Nadel direkt in das Eierstockgewebe injiziert.
Bei einer IVF- oder ICSI-Behandlung kann dies im Rahmen einer ohnehin geplanten Follikelpunktion erfolgen. Ist keine Eizellentnahme vorgesehen, kann die Behandlung als separate Punktion durchgeführt werden. In diesem Fall erfolgt sie in der Regel unter einer kurzen Sedierung.
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Nach der Behandlung
Nach intrauterinem PRP können Sie Ihren Alltag normalerweise direkt wieder aufnehmen.
Nach einer PRP-Behandlung der Eierstöcke bleiben Sie zunächst für kurze Zeit zur Beobachtung in unserem Zentrum und sollten sich am Behandlungstag körperlich schonen.
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Weiterer Behandlungsverlauf
Wie es anschließend weitergeht, richtet sich nach dem Behandlungsziel.
Möglich sind beispielsweise weitere PRP-Anwendungen am Endometrium, eine hormonelle Stimulation oder ein geplanter Embryotransfer. Die weitere Behandlung und notwendige Kontrollen stimmen wir individuell mit Ihnen ab.
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Spezialisierte reproduktionsmedizinische Erfahrung
Die PRP-Behandlung wird bei uns von Fachärztinnen für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin durchgeführt. Wir beurteilen individuell, ob PRP in Ihrer Situation sinnvoll eingesetzt werden kann und welche Form der Anwendung infrage kommt.
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PRP gezielt in Ihre Behandlung integriert
Ob zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, vor einem Embryotransfer oder als intraovarielle Anwendung: Wir stimmen Zeitpunkt und Durchführung auf Ihren Zyklus und Ihre weitere Kinderwunschbehandlung ab. Auch eine direkte Integration in eine IVF- oder ICSI-Behandlung ist möglich.
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Moderne Labormedizin
Die Blutaufbereitung erfolgt unter kontrollierten Reinraumbedingungen und nach hohen Qualitätsstandards.
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Evidenzbasiert und transparent beraten
Die wissenschaftliche Datenlage zu PRP entwickelt sich kontinuierlich weiter und unterscheidet sich je nach Einsatzgebiet. Wir besprechen mit Ihnen transparent, welche Ergebnisse aktuelle Studien zeigen, wo Grenzen und Unsicherheiten bestehen und was Sie realistisch von der Behandlung erwarten können.
Aktueller Forschungsstand zur PRP-Behandlung
Die wissenschaftliche Datenlage zu PRP entwickelt sich kontinuierlich weiter und unterscheidet sich deutlich je nach Einsatzgebiet.
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PRP an der Gebärmutterschleimhaut
Für intrauterines PRP liegen inzwischen mehrere randomisierte Studien und Metaanalysen vor. Insbesondere bei dünnem Endometrium zeigen Untersuchungen einen verbesserten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut; einige Metaanalysen berichten darüber hinaus höhere klinische Schwangerschafts- und teilweise auch Lebendgeburtenraten.
Auch bei wiederholtem Implantationsversagen zeigen aktuelle Metaanalysen randomisierter Studien positive Ergebnisse hinsichtlich klinischer Schwangerschaft und Lebendgeburt. Die Studien unterscheiden sich jedoch weiterhin hinsichtlich Patientenauswahl, PRP-Herstellung, Dosierung und Zeitpunkt der Anwendung.
Trotz der zunehmend positiven Studienergebnisse für intrauterines PRP wird die Behandlung von internationalen Fachgesellschaften derzeit noch nicht als etablierte Routinebehandlung empfohlen.
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PRP an den Eierstöcken
Für intraovarielles PRP ist die Datenlage deutlich weniger eindeutig. Studien und Metaanalysen berichten teilweise Verbesserungen von AMH, Antralfollikelzahl oder Eizellausbeute bei Frauen mit eingeschränkter Eizellreserve oder Poor Ovarian Response.
Aktuelle Analysen kontrollierter und randomisierter Studien zeigen jedoch keinen konsistenten Nachweis einer Verbesserung von Schwangerschafts- oder Lebendgeburtenraten. Ob PRP die ovarielle Funktion klinisch relevant verbessern kann, ist daher weiterhin Gegenstand der Forschung.
Aktuelle Literatur:
- Yang Y, Zhang X, Zhang Y. Platelet-rich plasma therapy for thin endometrium: a comprehensive review. Archives of Gynecology and Obstetrics. 2025.
- Efficacy of platelet-rich plasma in the treatment of thin endometrium: a meta-analysis of randomized controlled trials. 2024.
- Liang X et al. Impact of Intrauterine Infusion of Autologous Platelet-Rich Plasma on Assisted Reproductive Outcomes in Patients With Recurrent Implantation Failure: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Reproductive Medicine and Biology. 2026.
- Sadeghpour S et al. Evaluation of intraovarian injection of platelet-rich plasma for enhanced ovarian function and reproductive success in women with POI and POR: a systematic review and meta-analysis. European Journal of Medical Research. 2025.
- Intraovarian Platelet-Rich Plasma for Women with Diminished Ovarian Reserve: A Systematic Review and Meta-Analysis. 2026.
Das sagen unsere Patientinnen und Patienten
Kosten der PRP-Behandlung bei Kinderwunsch
Die Kosten einer PRP-Behandlung hängen davon ab, in welchem Bereich sie eingesetzt wird (Eierstöcke oder Gebärmutter) und ob sie eigenständig oder im Rahmen einer bestehenden Kinderwunschbehandlung (z. B. IVF/ICSI) durchgeführt wird. Sie umfassen in der Regel die ärztliche Beratung und Diagnostik, die Blutentnahme und Laboraufbereitung des PRP sowie die eigentliche Behandlung.
Zur KostenübersichtDie Behandlung erfolgt ambulant und eignet sich insbesondere bei einer dünnen Gebärmutterschleimhaut oder wiederholtem Implantationsversagen. Je nach medizinischer Ausgangssituation können mehrere Anwendungen sinnvoll sein.
Termin vereinbarenDie Kosten variieren je nachdem, ob die Behandlung eigenständig oder im Rahmen einer Eizellentnahme durchgeführt wird. Vor Beginn erhalten Sie eine transparente individuelle Kostenübersicht nach GOÄ.
Termin vereinbarenKeine Fix- oder Pauschalpreise: Wir rechnen auf der Grundlage der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Gemäß GOÄ dürfen wir Ihnen für medizinische Leistungen keine Fix- oder Pauschalpreise nennen. Die genannten Preise sollen Orientierung geben und sind typisch für die genannten Behandlungen.
Evtl. Umsatzsteuerpflicht: Ärztliche Leistungen können umsatzsteuerpflichtig sein (derzeit 19%). Das trifft zu, falls nach erfolgter Diagnostik keine medizinische Indikation bzw. gesicherte Diagnose vorliegt und es sich deshalb nicht um eine Heilbehandlung im engeren Sinne handelt. Dies kann insbesondere bei Social Freezing Behandlungen der Fall sein, aber auch bei der Behandlung von Single-Mums und gleichgeschlechtlichen Paaren.
Gerne stellen wir Ihnen vorab für die geplante Behandlung detaillierte Kosteninformationen zur Verfügung. So können Sie eine Kostenübernahme durch ihre Private Krankenversicherung (PKV) vorab bestmöglich abklären. Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) erstatten die Kosten in unserem Zentrum nicht.
Häufige Fragen zur PRP-Behandlung bei Kinderwunsch
Was ist eine PRP-Behandlung?
PRP steht für „Platelet Rich Plasma“ (plättchenreiches Plasma). Für die Behandlung wird eine kleine Menge Eigenblut entnommen und so aufbereitet, dass ein besonders plättchenreiches Plasma mit körpereigenen Wachstumsfaktoren entsteht. In der Reproduktionsmedizin wird PRP vor allem zur Behandlung der Gebärmutterschleimhaut und – mit deutlich begrenzterer Evidenz – zur Anwendung an den Eierstöcken untersucht.
Für wen kann eine PRP-Behandlung infrage kommen?
Intrauterines PRP kann insbesondere bei wiederholt dünner oder unzureichend aufgebauter Gebärmutterschleimhaut sowie in ausgewählten Fällen bei wiederholtem Implantationsversagen erwogen werden. Intraovarielles PRP wird vor allem bei eingeschränkter Eizellreserve oder geringer Reaktion auf vorausgegangene Stimulationsbehandlungen untersucht. Ob PRP in Ihrer individuellen Situation sinnvoll sein kann, besprechen wir nach sorgfältiger ärztlicher Beurteilung.
Wie unterscheiden sich PRP an der Gebärmutterschleimhaut und PRP an den Eierstöcken?
Bei der intrauterinen Anwendung wird PRP über einen dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Ziel ist insbesondere die Unterstützung des Endometriumaufbaus oder eine Anwendung im Zusammenhang mit einem Embryotransfer.
Bei der intraovariellen Behandlung wird PRP unter Ultraschallkontrolle direkt in das Eierstockgewebe injiziert. Die beiden Verfahren unterscheiden sich nicht nur in der Durchführung, sondern auch in ihrer wissenschaftlichen Evidenz: Für PRP am Endometrium liegen inzwischen mehrere Studien mit positiven Ergebnissen vor, während der klinische Nutzen von PRP an den Eierstöcken bislang deutlich weniger gut belegt ist.
Wie erfolgreich ist eine PRP-Behandlung?
Das lässt sich derzeit nicht mit einer allgemeingültigen Erfolgsquote beantworten. Für intrauterines PRP zeigen mehrere Studien und Metaanalysen insbesondere bei dünnem Endometrium einen verbesserten Schleimhautaufbau und teilweise höhere Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten. Auch bei wiederholtem Implantationsversagen gibt es positive Ergebnisse.
Für intraovarielles PRP berichten einzelne Studien über Veränderungen von AMH, Antralfollikelzahl oder Eizellausbeute. Ob dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft oder Lebendgeburt verbessert wird, ist bislang jedoch nicht ausreichend belegt.
Wann zeigt eine PRP-Behandlung ihre Wirkung?
Bei einer PRP-Behandlung der Gebärmutterschleimhaut kann sich ein möglicher Effekt bereits innerhalb weniger Tage im selben Zyklus zeigen. Der weitere Aufbau des Endometriums lässt sich dabei direkt im Ultraschall verfolgen.
Bei einer PRP-Behandlung der Eierstöcke ist eine mögliche Veränderung dagegen erst später zu erwarten. Da die Follikelreifung über mehrere Wochen bis Monate verläuft, können mögliche Effekte meist nach etwa 6 – 12 Wochen beurteilt werden. Ob und in welchem Ausmaß PRP die ovarielle Funktion tatsächlich beeinflusst, ist wissenschaftlich bislang nicht abschließend geklärt.
Kann PRP die Eizellreserve erhöhen?
Ob PRP die ovarielle Reserve tatsächlich verbessern kann, ist bislang nicht belegt. Einzelne Studien berichten nach intraovariellem PRP über Veränderungen von AMH oder Antralfollikelzahl. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass neue Eizellen entstehen oder die altersbedingte Abnahme der Eizellreserve rückgängig gemacht werden kann.
Welche Nebenwirkungen oder Risiken gibt es?
Da PRP aus dem eigenen Blut gewonnen wird, sind allergische Reaktionen auf das Plasma selbst nicht zu erwarten. Nach intrauterinem PRP können vorübergehend leichte Blutungen, Krämpfe oder ein Ziehen im Unterbauch auftreten.
Die intraovarielle Behandlung ist invasiver und mit den allgemeinen Risiken einer transvaginalen Punktion verbunden, insbesondere Blutungen, Infektionen oder selten Verletzungen benachbarter Strukturen. Wird die Behandlung unter Sedierung durchgeführt, kommen die damit verbundenen allgemeinen Risiken hinzu.
Wann sollte eine PRP-Behandlung nicht durchgeführt werden?
Ob eine PRP-Behandlung durchgeführt werden kann, muss individuell beurteilt werden. Gegen eine Behandlung können beispielsweise akute Infektionen, relevante Störungen der Blutgerinnung oder der Blutplättchen sowie bestimmte schwere Erkrankungen sprechen. Auch Medikamente, die die Thrombozytenfunktion oder Blutgerinnung beeinflussen, sollten vor der Behandlung berücksichtigt werden.
Ersetzt PRP eine IVF oder andere Kinderwunschbehandlungen?
Nein. PRP ist eine ergänzende, bislang nicht etablierte Behandlung und ersetzt keine IVF oder ICSI. Bei entsprechender Indikation kann PRP jedoch in eine Kinderwunschbehandlung oder einen Embryotransferzyklus integriert werden.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für PRP?
Die PRP-Behandlung ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Eine mögliche Erstattung durch eine private Krankenversicherung hängt vom individuellen Tarif und der medizinischen Indikation ab und sollte vorab mit der Versicherung geklärt werden.