Häu­fi­ge Ursa­chen für uner­füll­ten Kin­der­wunsch

Ein uner­füll­ter Kin­der­wunsch betrifft vie­le Paa­re: Etwa jedes sechs­te Paar wird nicht inner­halb eines Jah­res auf natür­li­chem Weg schwan­ger. Die Ursa­chen sind viel­fäl­tig – und sie kön­nen sowohl bei der Frau als auch beim Mann oder bei bei­den gemein­sam lie­gen.
Häu­fig spie­len meh­re­re Fak­to­ren zusam­men – und manch­mal zeigt sich bei den ers­ten Unter­su­chun­gen zunächst kein auf­fäl­li­ger Befund.
 
Bleibt eine Schwan­ger­schaft über län­ge­re Zeit aus, kann es daher sinn­voll sein, mög­li­che Ursa­chen gezielt abzu­klä­ren. Dabei muss nicht immer erst ein bestimm­ter Zeit­raum abge­war­tet wer­den: Bei Zyklus­stö­run­gen, bekann­ten Vor­er­kran­kun­gen oder ande­ren Hin­wei­sen auf eine ein­ge­schränk­te Frucht­bar­keit kann auch eine frü­he­re Abklä­rung sinn­voll sein.

Für eine fun­dier­te Dia­gnos­tik ist es ent­schei­dend, bei­de Part­ner glei­cher­ma­ßen ein­zu­be­zie­hen.  Denn Frucht­bar­keits­stö­run­gen kön­nen unter­schied­li­che Ursa­chen haben – hor­mo­nel­le, funk­tio­nel­le, struk­tu­rel­le oder gene­ti­sche. Nicht immer lässt sich jedoch eine ein­zel­ne Ursa­che fest­stel­len – häu­fig ergibt sich erst aus dem Zusam­men­spiel ver­schie­de­ner Fak­to­ren ein voll­stän­di­ge­res Bild.

Im Fol­gen­den fin­den Sie einen Über­blick über die häu­figs­ten Ursa­chen und mög­li­chen Eins­fluss­fak­to­ren der Unfrucht­bar­keit bei Frau­en und Män­nern als Grund­la­ge für eine geziel­te wei­ter­füh­ren­de Dia­gnos­tik.

Häu­fi­ge Ursa­chen von Frucht­bar­keits­stö­run­gen

Hor­mon­stö­run­gen

Stö­run­gen im weib­li­chen Hor­mon­haus­halt kön­nen dazu füh­ren, dass Eizel­len nicht oder nur sel­ten her­an­rei­fen und der Eisprung aus­bleibt. Hin­wei­se kön­nen unre­gel­mä­ßi­ge, sehr lan­ge oder aus­blei­ben­de Zyklen sein. Zu den häu­fi­ge­ren hor­mo­nel­len Ursa­chen gehö­ren bei­spiels­wei­se das poly­zys­ti­sche Ova­ri­al­syn­drom (PMOS), Schild­drü­sen­funk­ti­ons­stö­run­gen oder ein erhöh­ter Pro­lak­tin­spie­gel.

Schild­drü­sen­funk­ti­ons­stö­run­gen

Schild­drü­sen­er­kran­kun­gen beein­flus­sen Zyklus, Frucht­bar­keit und die frü­he Schwan­ger­schaft. Sowohl eine aus­ge­präg­te Unter- als auch eine Über­funk­ti­on kann zu Zyklus­stö­run­gen und Stö­run­gen des Eisprungs füh­ren und dadurch die Frucht­bar­keit beein­träch­ti­gen. Häu­fi­ge Ursa­chen sind bei­spiels­wei­se eine Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis oder ein Mor­bus Base­dow. Bei Kin­der­wunsch gehört die Beur­tei­lung der Schild­drü­sen­funk­ti­on daher zur hor­mo­nel­len Basis­dia­gnos­tik.

Erhöh­ter Pro­lak­tin­spie­gel

Pro­lak­tin regu­liert vor allem die Milch­bil­dung nach der Geburt. Ist der Wert außer­halb die­ser Pha­se erhöht, kann er die hor­mo­nel­le Steue­rung des Zyklus beein­träch­ti­gen und dazu füh­ren, dass der Eisprung sel­te­ner statt­fin­det oder ganz aus­bleibt. Mög­li­che Ursa­chen sind unter ande­rem bestimm­te Medi­ka­men­te, eine Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on oder – sel­te­ner – ein gut­ar­ti­ges Pro­lak­ti­nom der Hirn­an­hangs­drü­se.

PMOS (ehe­mals PCO-Syn­drom, Poly­cys­ti­sches Ovar­syn­drom)

Das poly­zys­ti­sche Ova­ri­al­syn­drom gehört zu den häu­figs­ten hor­mo­nel­len Ursa­chen von Zyklus- und Eisprung­stö­run­gen. Typisch sind eine unre­gel­mä­ßi­ge oder aus­blei­ben­de Ovu­la­ti­on und häu­fig erhöh­te Andro­gen­spie­gel. Mög­li­che Begleit­erschei­nun­gen sind Akne, ver­mehr­te Kör­per­be­haa­rung oder Haar­aus­fall; bei einem Teil der Frau­en besteht zusätz­lich eine Insu­lin­re­sis­tenz. PMOS kann jedoch sehr unter­schied­lich aus­ge­prägt sein – nicht alle Merk­ma­le müs­sen gleich­zei­tig vor­han­den sein, und man­che Frau­en zei­gen nur ein­zel­ne Sym­pto­me. Die Behand­lung rich­tet sich daher indi­vi­du­ell nach den jewei­li­gen Befun­den, der Stoff­wech­sel­si­tua­ti­on und dem Kin­der­wunsch.

Gelb­kör­per­hor­mon­man­gel (Luteal­pha­sen­in­suf­fi­zi­enz)

Nach dem Eisprung bil­det der Gelb­kör­per Pro­ges­te­ron, das die Gebär­mut­ter­schleim­haut auf die Ein­nis­tung und eine frü­he Schwan­ger­schaft vor­be­rei­tet. Eine wie­der­holt ver­kürz­te zwei­te Zyklus­hälf­te kann die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft beein­träch­ti­gen und soll­te bei uner­füll­tem Kin­der­wunsch genau­er unter­sucht wer­den. Auch Schmier­blu­tun­gen in der zwei­ten Zyklus­hälf­te kön­nen ein Hin­weis auf eine Stö­rung des Zyklus sein. Ob ein iso­lier­ter „Gelb­kör­per­hor­mon­man­gel“ jedoch eine eigen­stän­di­ge Ursa­che für Unfrucht­bar­keit dar­stellt, ist wis­sen­schaft­lich nicht ein­deu­tig belegt. Ein ein­zel­ner Pro­ges­te­ron­wert reicht zudem nicht aus, um die Qua­li­tät der zwei­ten Zyklus­hälf­te zuver­läs­sig zu beur­tei­len.

Eilei­ter­ver­schluss und ein­ge­schränk­te Eilei­ter­funk­ti­on

Die Befruch­tung fin­det im Eilei­ter statt. Sind die Eilei­ter ver­schlos­sen, geschä­digt oder durch Ver­wach­sun­gen in ihrer Funk­ti­on beein­träch­tigt, kön­nen Eizel­le und Sper­mi­en nicht oder nur erschwert auf­ein­an­der­tref­fen. Häu­fi­ge Ursa­chen sind frü­he­re Ent­zün­dun­gen, ins­be­son­de­re Chla­my­di­en­in­fek­tio­nen, Ope­ra­tio­nen oder Endo­me­trio­se. Da Ver­än­de­run­gen der Eilei­ter häu­fig kei­ne Beschwer­den ver­ur­sa­chen, blei­ben sie nicht sel­ten lan­ge unent­deckt.

Endo­me­trio­se

Endo­me­trio­se kann die Frucht­bar­keit auf unter­schied­li­che Wei­se beein­träch­ti­gen. Je nach Aus­prä­gung und Loka­li­sa­ti­on kön­nen ent­zünd­li­che Ver­än­de­run­gen im Becken­raum, Ver­wach­sun­gen oder Endo­me­trio­se­zys­ten die Funk­ti­on von Eier­stö­cken und Eilei­tern beein­flus­sen und die Bedin­gun­gen für Befruch­tung und Ein­nis­tung ver­än­dern. Die Erkran­kung kann sehr unter­schied­lich aus­ge­prägt sein – von klei­nen ober­fläch­li­chen Her­den bis hin zu aus­ge­präg­ten Ver­än­de­run­gen mit Ver­wach­sun­gen oder Betei­li­gung der Eier­stö­cke. Nicht jede Endo­me­trio­se führt daher zwangs­läu­fig zu einer ein­ge­schränk­ten Frucht­bar­keit. Häu­fig wird sie erst im Rah­men einer Kin­der­wunsch­ab­klä­rung erkannt.

Ver­än­de­run­gen der Gebär­mut­ter und Gebär­mut­ter­höh­le

Ver­än­de­run­gen der Gebär­mut­ter kön­nen die Ein­nis­tung eines Embry­os beein­träch­ti­gen. Dazu gehö­ren Myo­me und Poly­pen sowie ange­bo­re­ne Ver­än­de­run­gen der Gebär­mut­ter­form, bei­spiels­wei­se ein Ute­russ­ep­tum. Ob ein Befund für die Frucht­bar­keit rele­vant ist, hängt wesent­lich von sei­ner Art, Grö­ße und Lage ab. Ins­be­son­de­re Ver­än­de­run­gen, die die Gebär­mut­ter­höh­le betref­fen oder ver­for­men, kön­nen die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft beein­flus­sen und teil­wei­se auch mit einem erhöh­ten Fehl­ge­burts­ri­si­ko ver­bun­den sein. Nicht jeder Befund muss daher behan­delt wer­den – ent­schei­dend ist die indi­vi­du­el­le Beur­tei­lung.

Ade­no­myo­se

Die Anzahl der ver­füg­ba­ren Eizel­len nimmt im Lau­fe des Lebens natür­li­cher­wei­se ab. Bei man­chen Frau­en ist die Eizell­re­ser­ve bereits in jün­ge­ren Jah­ren deut­lich ver­min­dert. Eine nied­ri­ge Eizell­re­ser­ve bedeu­tet jedoch nicht, dass kei­ne Eisprün­ge mehr statt­fin­den oder eine natür­li­che Schwan­ger­schaft aus­ge­schlos­sen ist. Sie kann aber ins­be­son­de­re für die Pla­nung einer Kin­der­wunsch­be­hand­lung rele­vant sein. Bei einer vor­zei­ti­gen Ova­ri­al­in­suf­fi­zi­enz (POI) ist die Funk­ti­on der Eier­stö­cke bereits vor dem 40. Lebens­jahr deut­lich ein­ge­schränkt. Auch hier­bei kann die Eier­stock­funk­ti­on schwan­ken und zeit­wei­se wei­ter­hin ein Eisprung auf­tre­ten.

Ver­min­der­te Eizell­re­ser­ve und vor­zei­ti­ge Ova­ri­al­in­suf­fi­zi­enz (POI)

Die Anzahl der ver­füg­ba­ren Eizel­len nimmt im Lau­fe des Lebens natür­li­cher­wei­se ab. Bei man­chen Frau­en ist die Eizell­re­ser­ve bereits in jün­ge­ren Jah­ren deut­lich ver­min­dert. Eine nied­ri­ge Eizell­re­ser­ve bedeu­tet jedoch nicht, dass kei­ne Eisprün­ge mehr statt­fin­den oder eine natür­li­che Schwan­ger­schaft aus­ge­schlos­sen ist. Sie kann aber ins­be­son­de­re für die Pla­nung einer Kin­der­wunsch­be­hand­lung rele­vant sein. Bei einer vor­zei­ti­gen Ova­ri­al­in­suf­fi­zi­enz (POI) ist die Funk­ti­on der Eier­stö­cke bereits vor dem 40. Lebens­jahr deut­lich ein­ge­schränkt. Auch hier­bei kann die Eier­stock­funk­ti­on schwan­ken und zeit­wei­se wei­ter­hin ein Eisprung auf­tre­ten.

Alter und Lebens­stil

Das Alter ist ein wesent­li­cher Ein­fluss­fak­tor auf die weib­li­che Frucht­bar­keit. Mit zuneh­men­dem Alter nimmt nicht nur die Anzahl der ver­füg­ba­ren Eizel­len ab, son­dern vor allem auch deren Qua­li­tät. Dadurch sinkt die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft, wäh­rend das Risi­ko für chro­mo­so­ma­le Fehl­ver­tei­lun­gen und Fehl­ge­bur­ten zunimmt. Zusätz­lich kön­nen Fak­to­ren wie Rau­chen, über­mä­ßi­ger Alko­hol­kon­sum, star­kes Über- oder Unter­ge­wicht die Frucht­bar­keit beein­träch­ti­gen.

Zum Frucht­bar­keits­test für die Frau

Ein­ge­schränk­te Sper­mi­en­qua­li­tät

Die Anzahl, Beweg­lich­keit und Form der Sper­mi­en gehö­ren zu den wich­tigs­ten Para­me­tern eines Sper­mio­gramms. Sind zu weni­ge Sper­mi­en vor­han­den, ist ihre Beweg­lich­keit ein­ge­schränkt oder zei­gen sich deut­li­che Auf­fäl­lig­kei­ten der Form, kann die Wahr­schein­lich­keit einer natür­li­chen Befruch­tung sin­ken. Häu­fig sind meh­re­re Para­me­ter gleich­zei­tig ver­än­dert. Ein auf­fäl­li­ges Sper­mio­gramm bedeu­tet jedoch nicht auto­ma­tisch, dass eine natür­li­che Schwan­ger­schaft aus­ge­schlos­sen ist.

Erhöh­te DNA-Frag­men­tie­rung und funk­tio­nel­le Sper­mi­en­stö­run­gen

Auch bei einem unauf­fäl­li­gen Sper­mio­gramm kön­nen Ver­än­de­run­gen vor­lie­gen, die mit der klas­si­schen Unter­su­chung von Anzahl, Beweg­lich­keit und Form der Sper­mi­en nicht erfasst wer­den. Dazu gehört bei­spiels­wei­se eine erhöh­te Frag­men­tie­rung der Sper­mi­en-DNA, die mit einer ver­min­der­ten Frucht­bar­keit und ungüns­ti­ge­ren Schwan­ger­schafts­ver­läu­fen asso­zi­iert sein kann. Dar­über hin­aus kön­nen funk­tio­nel­le Stö­run­gen die Fähig­keit eines Sper­mi­ums beein­träch­ti­gen, die Eizel­le zu errei­chen, an sie zu bin­den oder sie zu befruch­ten. Sol­che Ver­än­de­run­gen wer­den bei ent­spre­chen­der Fra­ge­stel­lung mit wei­ter­füh­ren­den Unter­su­chun­gen abge­klärt.

Vari­ko­ze­le (Krampf­ader am Hoden)

Eine Vari­ko­ze­le ist eine Erwei­te­rung der Venen im Bereich des Hodens. Durch die erhöh­te Tem­pe­ra­tur kann die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on beein­träch­tigt wer­den. Ob eine ope­ra­ti­ve Behand­lung sinn­voll ist, hängt vom Aus­maß der Ein­schrän­kung im Sper­mio­gramm und der indi­vi­du­el­len Situa­ti­on ab.

Hoden­hoch­stand und Erkran­kun­gen des Hodens

Ein Hoden­hoch­stand (Kryptor­chis­mus) kann die spä­te­re Sper­mi­en­pro­duk­ti­on beein­träch­ti­gen, ins­be­son­de­re wenn er beid­sei­tig besteht oder erst spät behan­delt wur­de. Auch Erkran­kun­gen oder Schä­di­gun­gen des Hodens, bei­spiels­wei­se Hoden­tu­mo­ren, Hoden­ent­zün­dun­gen oder Ver­let­zun­gen, kön­nen die Sper­mi­en­bil­dung beein­träch­ti­gen. Bei Hoden­tu­mo­ren kann die Sper­mi­en­qua­li­tät bereits vor Beginn einer Behand­lung ein­ge­schränkt sein.

Infek­tio­nen und Ent­zün­dun­gen

Infek­tio­nen und Ent­zün­dun­gen des männ­li­chen Geni­tal­trakts kön­nen die Sper­mi­en­qua­li­tät und in man­chen Fäl­len auch den Sper­mi­en­trans­port beein­träch­ti­gen. Dazu gehö­ren Ent­zün­dun­gen von Hoden oder Neben­ho­den, bei­spiels­wei­se nach bestimm­ten bak­te­ri­el­len oder sexu­ell über­trag­ba­ren Infek­tio­nen. Auch eine Mumps-Orchi­tis, ins­be­son­de­re nach der Puber­tät, kann die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on dau­er­haft beein­träch­ti­gen. Je nach Ursa­che und Aus­prä­gung kön­nen die Ver­än­de­run­gen vor­über­ge­hend oder dau­er­haft bestehen.

Gestör­ter Sper­mi­en­trans­port

Auch bei nor­ma­ler Sper­mi­en­pro­duk­ti­on kön­nen zu weni­ge oder kei­ne Sper­mi­en in das Eja­ku­lat gelan­gen, wenn die ablei­ten­den Samen­we­ge ver­schlos­sen oder nicht voll­stän­dig ange­legt sind. Ursa­chen kön­nen frü­he­re Ent­zün­dun­gen, Ope­ra­tio­nen oder Ver­let­zun­gen sowie ange­bo­re­ne Ver­än­de­run­gen sein. Bei einem ange­bo­re­nen Feh­len der Samen­lei­ter kön­nen bei­spiels­wei­se Ver­än­de­run­gen im CFTR-Gen zugrun­de lie­gen.

Gene­ti­sche Ursa­chen

Gene­ti­sche Ver­än­de­run­gen sind eine wich­ti­ge Ursa­che schwe­rer männ­li­cher Fer­ti­li­täts­stö­run­gen. Dazu zäh­len das Kline­fel­ter-Syn­drom mit einem zusätz­li­chen X Chro­mo­som sowie soge­nann­te AZF-Dele­tio­nen auf dem Y Chro­mo­som. Sie kön­nen die Sper­mi­en­bil­dung unter­schied­lich stark beein­träch­ti­gen – bis hin zum voll­stän­di­gen Feh­len von Sper­mi­en im Eja­ku­lat (Azoo­sper­mie). Bei aus­ge­präg­ten Ver­än­de­run­gen des Sper­mio­gramms ist daher häu­fig eine gene­ti­sche Abklä­rung sinn­voll.

Hor­mo­nel­le Ursa­chen

Hor­mo­nel­le Stö­run­gen kön­nen die Sper­mi­en­bil­dung deut­lich beein­träch­ti­gen. Die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on wird durch Hor­mo­ne aus Gehirn, Hirn­an­hangs­drü­se und Hoden gesteu­ert. Erkran­kun­gen, die die­se Regu­la­ti­on stö­ren, kön­nen zu einer ver­min­der­ten oder feh­len­den Sper­mi­en­pro­duk­ti­on füh­ren. Je nach Befund kön­nen bei­spiels­wei­se Ver­än­de­run­gen von FSH, LH, Tes­to­ste­ron oder Pro­lak­tin eine Rol­le spie­len.

Medi­ka­men­te, Tes­to­ste­ron und Ana­bo­li­ka

Bestimm­te Medi­ka­men­te kön­nen die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on oder sexu­el­le Funk­ti­on beein­träch­ti­gen. Beson­ders rele­vant sind Tes­to­ste­ron­prä­pa­ra­te und ana­bo­le Ste­ro­ide: Durch die Zufuhr von Tes­to­ste­ron von außen wird die kör­per­ei­ge­ne hor­mo­nel­le Steue­rung der Hoden unter­drückt. Dadurch kann die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on stark abneh­men oder voll­stän­dig zum Erlie­gen kom­men. Nach dem Abset­zen kann sich die Sper­mi­en­bil­dung häu­fig wie­der erho­len, dies kann jedoch meh­re­re Mona­te dau­ern und ist nicht immer voll­stän­dig vor­her­seh­bar. Auch ande­re Medi­ka­men­te kön­nen die männ­li­che Frucht­bar­keit beein­flus­sen und soll­ten bei uner­füll­tem Kin­der­wunsch im Rah­men der Ana­mne­se berück­sich­tigt wer­den.

Lebens­stil und Umwelt­fak­to­ren

Auch Lebens­stil und äuße­re Ein­flüs­se kön­nen die männ­li­che Frucht­bar­keit beein­flus­sen. Rau­chen, star­kes Über­ge­wicht, über­mä­ßi­ger Alko­hol­kon­sum und Dro­gen­kon­sum kön­nen mit einer ver­min­der­ten Sper­mi­en­qua­li­tät ver­bun­den sein. Auch anhal­tend hohe Tem­pe­ra­tu­ren im Hoden­be­reich, bei­spiels­wei­se durch häu­fi­ge inten­si­ve Hit­ze­ex­po­si­ti­on, kön­nen die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on vor­über­ge­hend beein­träch­ti­gen. Dar­über hin­aus kön­nen bestimm­te beruf­li­che oder umwelt­be­ding­te Schad­stoff­ex­po­si­tio­nen eine Rol­le spie­len. Wie stark ein­zel­ne Fak­to­ren die Frucht­bar­keit beein­flus­sen, ist indi­vi­du­ell unter­schied­lich.

Alter

Auch Män­ner kön­nen grund­sätz­lich bis ins höhe­re Alter zeu­gungs­fä­hig blei­ben. Mit zuneh­men­dem Alter kön­nen sich jedoch Sper­mi­en­qua­li­tät und DNA-Inte­gri­tät der Sper­mi­en ver­än­dern, wodurch die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft abneh­men kann. Gleich­zei­tig nimmt das Risi­ko für neu auf­tre­ten­de gene­ti­sche Ver­än­de­run­gen in den Sper­mi­en zu. Der Ein­fluss des Alters auf die Frucht­bar­keit ist beim Mann ins­ge­samt weni­ger aus­ge­prägt als bei der Frau.

Nach Che­mo- oder Strah­len­the­ra­pie

Nach einer Bestrah­lung oder Che­mo­the­ra­pie im Rah­men einer Tumor­er­kran­kung kann die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on vor­über­ge­hend oder dau­er­haft beein­träch­tigt sein. Wie stark die Aus­wir­kun­gen sind, hängt unter ande­rem von der Art und Inten­si­tät der Behand­lung ab.

Erek­ti­ons- und Eja­ku­la­ti­ons­stö­run­gen

Erek­ti­ons- und Eja­ku­la­ti­ons­stö­run­gen sind auch bei Kin­der­wunsch kei­ne Sel­ten­heit und kön­nen die natür­li­che Emp­fäng­nis erschwe­ren. Dazu gehö­ren Schwie­rig­kei­ten, eine Erek­ti­on zu bekom­men oder auf­recht­zu­er­hal­ten, eben­so wie ein aus­blei­ben­der oder gestör­ter Samen­er­guss. Die Ursa­chen kön­nen kör­per­lich, medi­ka­men­tös oder psy­chisch bedingt sein; auch der zuneh­men­de Druck durch zeit­lich geplan­ten Geschlechts­ver­kehr kann eine Rol­le spie­len. Eine früh­zei­ti­ge und offe­ne Abklä­rung ist sinn­voll, da sich häu­fig gute Behand­lungs­mög­lich­kei­ten fin­den las­sen.

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Ursa­chen erken­nen – Befun­de rich­tig ein­ord­nen

Ter­min ver­ein­ba­ren
  • Geziel­te Dia­gnos­tik

    Wir unter­su­chen mög­li­che Ursa­chen Schritt für Schritt und bezie­hen bei­de Part­ner in die Abklä­rung ein. Wel­che Unter­su­chun­gen sinn­voll sind, rich­tet sich nach Ihrer indi­vi­du­el­len Situa­ti­on und den bereits vor­lie­gen­den Befun­den.

  • Kla­re medi­zi­ni­sche Ein­ord­nung

    Sie erhal­ten eine ver­ständ­li­che medi­zi­ni­sche Ein­schät­zung statt iso­lier­ter Befun­de. Wir erklä­ren, was rele­vant ist und wel­che Schrit­te sinn­voll sind.

  • Per­sön­li­che ärzt­li­che Beglei­tung

    Eine fes­te Ärz­tin beglei­tet Sie durch die Abklä­rung, kennt Ihre Vor­ge­schich­te und führt die ein­zel­nen Ergeb­nis­se zu einem Gesamt­bild zusam­men.

Häu­fi­ge Fra­gen zu den Ursa­chen der Unfrucht­bar­keit

Was sind die häu­figs­ten Ursa­chen für Unfrucht­bar­keit bei der Frau?

Häu­fi­ge Ursa­chen sind Stö­run­gen der Eizell­rei­fung oder des Eisprungs, Endo­me­trio­se, Ver­än­de­run­gen der Eilei­ter oder der Gebär­mut­ter sowie alters­be­ding­te Ver­än­de­run­gen der Eizell­qua­li­tät. Auch hor­mo­nel­le Erkran­kun­gen wie PMOS, Schild­drü­sen­funk­ti­ons­stö­run­gen oder ein erhöh­ter Pro­lak­tin­spie­gel kön­nen die Frucht­bar­keit beein­flus­sen. Nicht sel­ten kom­men meh­re­re Fak­to­ren zusam­men.

Was sind die häu­figs­ten Ursa­chen für Unfrucht­bar­keit beim Mann?

Beim Mann ste­hen Ver­än­de­run­gen der Sper­mi­en­pro­duk­ti­on und Sper­mi­en­qua­li­tät im Vor­der­grund. Dar­über hin­aus kön­nen bei­spiels­wei­se Vari­ko­zelen, Erkran­kun­gen der Hoden, gene­ti­sche Ver­än­de­run­gen, Infek­tio­nen, Stö­run­gen des Sper­mi­en­trans­ports sowie bestimm­te Medi­ka­men­te oder Tes­to­ste­ron­prä­pa­ra­te eine Rol­le spie­len. Auch funk­tio­nel­le Ver­än­de­run­gen der Sper­mi­en wer­den durch ein klas­si­sches Sper­mio­gramm nicht immer erfasst.

Wor­an erkennt man eine ein­ge­schränk­te Frucht­bar­keit bei der Frau?

Eine ein­ge­schränk­te Frucht­bar­keit ver­ur­sacht nicht immer Beschwer­den. Unre­gel­mä­ßi­ge oder aus­blei­ben­de Zyklen, sehr kur­ze Zyklen oder aus­ge­präg­te Beschwer­den bei­spiels­wei­se bei Endo­me­trio­se kön­nen Hin­wei­se geben. Häu­fig besteht jedoch ein regel­mä­ßi­ger Zyklus und die Frucht­bar­keits­stö­rung fällt erst dadurch auf, dass eine Schwan­ger­schaft über län­ge­re Zeit aus­bleibt.

Wor­an erkennt man eine ein­ge­schränk­te Frucht­bar­keit beim Mann?

Auch beim Mann gibt es oft kei­ne ein­deu­ti­gen Sym­pto­me. In der Regel wird eine ein­ge­schränk­te Frucht­bar­keit erst durch ein Sper­mio­gramm fest­ge­stellt, das Anzahl, Beweg­lich­keit und Form der Sper­mi­en unter­sucht. Bei ent­spre­chen­der Fra­ge­stel­lung kön­nen wei­ter­füh­ren­de Unter­su­chun­gen sinn­voll sein, da nicht alle Aspek­te der Sper­mi­en­funk­ti­on durch ein klas­si­sches Sper­mio­gramm erfasst wer­den.

Kön­nen bei bei­den Part­nern gleich­zei­tig Ursa­chen vor­lie­gen?

Ja. Nicht sel­ten fin­den sich bei bei­den Part­nern Fak­to­ren, die die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft beein­flus­sen. Des­halb ist es sinn­voll, bei uner­füll­tem Kin­der­wunsch Frau und Mann von Beginn an gemein­sam zu betrach­ten und die Befun­de im Zusam­men­hang zu beur­tei­len.

Kann die Ursa­che unklar blei­ben, obwohl alle Unter­su­chun­gen unauf­fäl­lig sind?

Ja. Bei einem Teil der Paa­re lässt sich mit den eta­blier­ten Unter­su­chun­gen zunächst kei­ne ein­deu­ti­ge Ursa­che für den uner­füll­ten Kin­der­wunsch fest­stel­len. Man spricht dann von unge­klär­ter oder idio­pa­thi­scher Infer­ti­li­tät. Das bedeu­tet nicht, dass kei­ne Ursa­che vor­han­den ist, son­dern dass sich mit den ver­füg­ba­ren Unter­su­chungs­me­tho­den zunächst kei­ne ein­deu­ti­ge Erklä­rung fin­den lässt.

Wel­che Rol­le spielt das Alter bei der Frucht­bar­keit?

Das Alter ist ins­be­son­de­re bei Frau­en ein wesent­li­cher Ein­fluss­fak­tor auf die Frucht­bar­keit. Mit zuneh­men­dem Alter neh­men Anzahl und vor allem Qua­li­tät der Eizel­len ab. Dadurch sinkt die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft und das Risi­ko für chro­mo­so­ma­le Fehl­ver­tei­lun­gen und Fehl­ge­bur­ten steigt. Auch beim Mann ver­än­dern sich mit zuneh­men­dem Alter Sper­mi­en­pa­ra­me­ter und DNA-Inte­gri­tät, der Alters­ef­fekt ist jedoch ins­ge­samt weni­ger aus­ge­prägt.

Wann soll­te ich abklä­ren las­sen, war­um eine Schwan­ger­schaft aus­bleibt?

Als Ori­en­tie­rung wird bei Frau­en unter 35 Jah­ren eine Abklä­rung emp­foh­len, wenn nach zwölf Mona­ten regel­mä­ßi­gen unge­schütz­ten Geschlechts­ver­kehrs kei­ne Schwan­ger­schaft ein­ge­tre­ten ist. Ab 35 Jah­ren soll­te bereits nach sechs Mona­ten abge­klärt wer­den; bei Frau­en über 40 kann eine unmit­tel­ba­re Abklä­rung sinn­voll sein. Unab­hän­gig vom Alter soll­te frü­her unter­sucht wer­den, wenn bei­spiels­wei­se Zyklus­stö­run­gen, Endo­me­trio­se, bekann­te Ver­än­de­run­gen der Gebär­mut­ter oder Eilei­ter, eine mög­li­che ein­ge­schränk­te Eizell­re­ser­ve oder Hin­wei­se auf eine ein­ge­schränk­te männ­li­che Frucht­bar­keit vor­lie­gen.

Kann der Lebens­stil die Frucht­bar­keit beein­flus­sen?

Ja, Fak­to­ren wie Rau­chen, Alko­hol, star­kes Über- oder Unter­ge­wicht  und Umwelt­fak­to­ren kön­nen die Frucht­bar­keit bei Frau­en und Män­nern beein­träch­ti­gen. Nicht jeder Fak­tor wirkt bei jeder Per­son gleich, den­noch spie­len Lebens­stil­fak­to­ren eine wich­ti­ge Rol­le.

Kann ich trotz ein­ge­schränk­ter Frucht­bar­keit natür­lich schwan­ger wer­den?

Ja. Eine ein­ge­schränk­te Frucht­bar­keit bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass eine natür­li­che Schwan­ger­schaft aus­ge­schlos­sen ist. Vie­le Befun­de – bei­spiels­wei­se eine ver­min­der­te Eizell­re­ser­ve, Endo­me­trio­se oder ein ein­ge­schränk­tes Sper­mio­gramm – kön­nen die Wahr­schein­lich­keit einer Schwan­ger­schaft ver­rin­gern, ohne sie unmög­lich zu machen. Wie hoch die indi­vi­du­el­le Chan­ce ist und wie lan­ge ein wei­te­res Abwar­ten sinn­voll erscheint, hängt unter ande­rem vom Alter, der Ursa­che und Aus­prä­gung der Ein­schrän­kung sowie von der Dau­er des bis­he­ri­gen Kin­der­wun­sches ab.