Häufige Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch
Ein unerfüllter Kinderwunsch betrifft viele Paare: Etwa jedes sechste Paar wird nicht innerhalb eines Jahres auf natürlichem Weg schwanger. Die Ursachen sind vielfältig – und sie können sowohl bei der Frau als auch beim Mann oder bei beiden gemeinsam liegen.
Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen – und manchmal zeigt sich bei den ersten Untersuchungen zunächst kein auffälliger Befund.
Bleibt eine Schwangerschaft über längere Zeit aus, kann es daher sinnvoll sein, mögliche Ursachen gezielt abzuklären. Dabei muss nicht immer erst ein bestimmter Zeitraum abgewartet werden: Bei Zyklusstörungen, bekannten Vorerkrankungen oder anderen Hinweisen auf eine eingeschränkte Fruchtbarkeit kann auch eine frühere Abklärung sinnvoll sein.
Für eine fundierte Diagnostik ist es entscheidend, beide Partner gleichermaßen einzubeziehen. Denn Fruchtbarkeitsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben – hormonelle, funktionelle, strukturelle oder genetische. Nicht immer lässt sich jedoch eine einzelne Ursache feststellen – häufig ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren ein vollständigeres Bild.
Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die häufigsten Ursachen und möglichen Einsflussfaktoren der Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männern als Grundlage für eine gezielte weiterführende Diagnostik.


Häufige Ursachen von Fruchtbarkeitsstörungen
Hormonstörungen
Störungen im weiblichen Hormonhaushalt können dazu führen, dass Eizellen nicht oder nur selten heranreifen und der Eisprung ausbleibt. Hinweise können unregelmäßige, sehr lange oder ausbleibende Zyklen sein. Zu den häufigeren hormonellen Ursachen gehören beispielsweise das polyzystische Ovarialsyndrom (PMOS), Schilddrüsenfunktionsstörungen oder ein erhöhter Prolaktinspiegel.
Schilddrüsenfunktionsstörungen
Schilddrüsenerkrankungen beeinflussen Zyklus, Fruchtbarkeit und die frühe Schwangerschaft. Sowohl eine ausgeprägte Unter- als auch eine Überfunktion kann zu Zyklusstörungen und Störungen des Eisprungs führen und dadurch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Häufige Ursachen sind beispielsweise eine Hashimoto-Thyreoiditis oder ein Morbus Basedow. Bei Kinderwunsch gehört die Beurteilung der Schilddrüsenfunktion daher zur hormonellen Basisdiagnostik.
Erhöhter Prolaktinspiegel
Prolaktin reguliert vor allem die Milchbildung nach der Geburt. Ist der Wert außerhalb dieser Phase erhöht, kann er die hormonelle Steuerung des Zyklus beeinträchtigen und dazu führen, dass der Eisprung seltener stattfindet oder ganz ausbleibt. Mögliche Ursachen sind unter anderem bestimmte Medikamente, eine Schilddrüsenunterfunktion oder – seltener – ein gutartiges Prolaktinom der Hirnanhangsdrüse.
PMOS (ehemals PCO-Syndrom, Polycystisches Ovarsyndrom)
Das polyzystische Ovarialsyndrom gehört zu den häufigsten hormonellen Ursachen von Zyklus- und Eisprungstörungen. Typisch sind eine unregelmäßige oder ausbleibende Ovulation und häufig erhöhte Androgenspiegel. Mögliche Begleiterscheinungen sind Akne, vermehrte Körperbehaarung oder Haarausfall; bei einem Teil der Frauen besteht zusätzlich eine Insulinresistenz. PMOS kann jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt sein – nicht alle Merkmale müssen gleichzeitig vorhanden sein, und manche Frauen zeigen nur einzelne Symptome. Die Behandlung richtet sich daher individuell nach den jeweiligen Befunden, der Stoffwechselsituation und dem Kinderwunsch.
Gelbkörperhormonmangel (Lutealphaseninsuffizienz)
Nach dem Eisprung bildet der Gelbkörper Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung und eine frühe Schwangerschaft vorbereitet. Eine wiederholt verkürzte zweite Zyklushälfte kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft beeinträchtigen und sollte bei unerfülltem Kinderwunsch genauer untersucht werden. Auch Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte können ein Hinweis auf eine Störung des Zyklus sein. Ob ein isolierter „Gelbkörperhormonmangel“ jedoch eine eigenständige Ursache für Unfruchtbarkeit darstellt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Ein einzelner Progesteronwert reicht zudem nicht aus, um die Qualität der zweiten Zyklushälfte zuverlässig zu beurteilen.
Eileiterverschluss und eingeschränkte Eileiterfunktion
Die Befruchtung findet im Eileiter statt. Sind die Eileiter verschlossen, geschädigt oder durch Verwachsungen in ihrer Funktion beeinträchtigt, können Eizelle und Spermien nicht oder nur erschwert aufeinandertreffen. Häufige Ursachen sind frühere Entzündungen, insbesondere Chlamydieninfektionen, Operationen oder Endometriose. Da Veränderungen der Eileiter häufig keine Beschwerden verursachen, bleiben sie nicht selten lange unentdeckt.
Endometriose
Endometriose kann die Fruchtbarkeit auf unterschiedliche Weise beeinträchtigen. Je nach Ausprägung und Lokalisation können entzündliche Veränderungen im Beckenraum, Verwachsungen oder Endometriosezysten die Funktion von Eierstöcken und Eileitern beeinflussen und die Bedingungen für Befruchtung und Einnistung verändern. Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein – von kleinen oberflächlichen Herden bis hin zu ausgeprägten Veränderungen mit Verwachsungen oder Beteiligung der Eierstöcke. Nicht jede Endometriose führt daher zwangsläufig zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit. Häufig wird sie erst im Rahmen einer Kinderwunschabklärung erkannt.
Veränderungen der Gebärmutter und Gebärmutterhöhle
Veränderungen der Gebärmutter können die Einnistung eines Embryos beeinträchtigen. Dazu gehören Myome und Polypen sowie angeborene Veränderungen der Gebärmutterform, beispielsweise ein Uterusseptum. Ob ein Befund für die Fruchtbarkeit relevant ist, hängt wesentlich von seiner Art, Größe und Lage ab. Insbesondere Veränderungen, die die Gebärmutterhöhle betreffen oder verformen, können die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft beeinflussen und teilweise auch mit einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko verbunden sein. Nicht jeder Befund muss daher behandelt werden – entscheidend ist die individuelle Beurteilung.
Adenomyose
Die Anzahl der verfügbaren Eizellen nimmt im Laufe des Lebens natürlicherweise ab. Bei manchen Frauen ist die Eizellreserve bereits in jüngeren Jahren deutlich vermindert. Eine niedrige Eizellreserve bedeutet jedoch nicht, dass keine Eisprünge mehr stattfinden oder eine natürliche Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Sie kann aber insbesondere für die Planung einer Kinderwunschbehandlung relevant sein. Bei einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz (POI) ist die Funktion der Eierstöcke bereits vor dem 40. Lebensjahr deutlich eingeschränkt. Auch hierbei kann die Eierstockfunktion schwanken und zeitweise weiterhin ein Eisprung auftreten.
Verminderte Eizellreserve und vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POI)
Die Anzahl der verfügbaren Eizellen nimmt im Laufe des Lebens natürlicherweise ab. Bei manchen Frauen ist die Eizellreserve bereits in jüngeren Jahren deutlich vermindert. Eine niedrige Eizellreserve bedeutet jedoch nicht, dass keine Eisprünge mehr stattfinden oder eine natürliche Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Sie kann aber insbesondere für die Planung einer Kinderwunschbehandlung relevant sein. Bei einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz (POI) ist die Funktion der Eierstöcke bereits vor dem 40. Lebensjahr deutlich eingeschränkt. Auch hierbei kann die Eierstockfunktion schwanken und zeitweise weiterhin ein Eisprung auftreten.
Alter und Lebensstil
Das Alter ist ein wesentlicher Einflussfaktor auf die weibliche Fruchtbarkeit. Mit zunehmendem Alter nimmt nicht nur die Anzahl der verfügbaren Eizellen ab, sondern vor allem auch deren Qualität. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft, während das Risiko für chromosomale Fehlverteilungen und Fehlgeburten zunimmt. Zusätzlich können Faktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, starkes Über- oder Untergewicht die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Eingeschränkte Spermienqualität
Die Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien gehören zu den wichtigsten Parametern eines Spermiogramms. Sind zu wenige Spermien vorhanden, ist ihre Beweglichkeit eingeschränkt oder zeigen sich deutliche Auffälligkeiten der Form, kann die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Befruchtung sinken. Häufig sind mehrere Parameter gleichzeitig verändert. Ein auffälliges Spermiogramm bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine natürliche Schwangerschaft ausgeschlossen ist.
Erhöhte DNA-Fragmentierung und funktionelle Spermienstörungen
Auch bei einem unauffälligen Spermiogramm können Veränderungen vorliegen, die mit der klassischen Untersuchung von Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien nicht erfasst werden. Dazu gehört beispielsweise eine erhöhte Fragmentierung der Spermien-DNA, die mit einer verminderten Fruchtbarkeit und ungünstigeren Schwangerschaftsverläufen assoziiert sein kann. Darüber hinaus können funktionelle Störungen die Fähigkeit eines Spermiums beeinträchtigen, die Eizelle zu erreichen, an sie zu binden oder sie zu befruchten. Solche Veränderungen werden bei entsprechender Fragestellung mit weiterführenden Untersuchungen abgeklärt.
Varikozele (Krampfader am Hoden)
Eine Varikozele ist eine Erweiterung der Venen im Bereich des Hodens. Durch die erhöhte Temperatur kann die Spermienproduktion beeinträchtigt werden. Ob eine operative Behandlung sinnvoll ist, hängt vom Ausmaß der Einschränkung im Spermiogramm und der individuellen Situation ab.
Hodenhochstand und Erkrankungen des Hodens
Ein Hodenhochstand (Kryptorchismus) kann die spätere Spermienproduktion beeinträchtigen, insbesondere wenn er beidseitig besteht oder erst spät behandelt wurde. Auch Erkrankungen oder Schädigungen des Hodens, beispielsweise Hodentumoren, Hodenentzündungen oder Verletzungen, können die Spermienbildung beeinträchtigen. Bei Hodentumoren kann die Spermienqualität bereits vor Beginn einer Behandlung eingeschränkt sein.
Infektionen und Entzündungen
Infektionen und Entzündungen des männlichen Genitaltrakts können die Spermienqualität und in manchen Fällen auch den Spermientransport beeinträchtigen. Dazu gehören Entzündungen von Hoden oder Nebenhoden, beispielsweise nach bestimmten bakteriellen oder sexuell übertragbaren Infektionen. Auch eine Mumps-Orchitis, insbesondere nach der Pubertät, kann die Spermienproduktion dauerhaft beeinträchtigen. Je nach Ursache und Ausprägung können die Veränderungen vorübergehend oder dauerhaft bestehen.
Gestörter Spermientransport
Auch bei normaler Spermienproduktion können zu wenige oder keine Spermien in das Ejakulat gelangen, wenn die ableitenden Samenwege verschlossen oder nicht vollständig angelegt sind. Ursachen können frühere Entzündungen, Operationen oder Verletzungen sowie angeborene Veränderungen sein. Bei einem angeborenen Fehlen der Samenleiter können beispielsweise Veränderungen im CFTR-Gen zugrunde liegen.
Genetische Ursachen
Genetische Veränderungen sind eine wichtige Ursache schwerer männlicher Fertilitätsstörungen. Dazu zählen das Klinefelter-Syndrom mit einem zusätzlichen X Chromosom sowie sogenannte AZF-Deletionen auf dem Y Chromosom. Sie können die Spermienbildung unterschiedlich stark beeinträchtigen – bis hin zum vollständigen Fehlen von Spermien im Ejakulat (Azoospermie). Bei ausgeprägten Veränderungen des Spermiogramms ist daher häufig eine genetische Abklärung sinnvoll.
Hormonelle Ursachen
Hormonelle Störungen können die Spermienbildung deutlich beeinträchtigen. Die Spermienproduktion wird durch Hormone aus Gehirn, Hirnanhangsdrüse und Hoden gesteuert. Erkrankungen, die diese Regulation stören, können zu einer verminderten oder fehlenden Spermienproduktion führen. Je nach Befund können beispielsweise Veränderungen von FSH, LH, Testosteron oder Prolaktin eine Rolle spielen.
Medikamente, Testosteron und Anabolika
Bestimmte Medikamente können die Spermienproduktion oder sexuelle Funktion beeinträchtigen. Besonders relevant sind Testosteronpräparate und anabole Steroide: Durch die Zufuhr von Testosteron von außen wird die körpereigene hormonelle Steuerung der Hoden unterdrückt. Dadurch kann die Spermienproduktion stark abnehmen oder vollständig zum Erliegen kommen. Nach dem Absetzen kann sich die Spermienbildung häufig wieder erholen, dies kann jedoch mehrere Monate dauern und ist nicht immer vollständig vorhersehbar. Auch andere Medikamente können die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen und sollten bei unerfülltem Kinderwunsch im Rahmen der Anamnese berücksichtigt werden.
Lebensstil und Umweltfaktoren
Auch Lebensstil und äußere Einflüsse können die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen. Rauchen, starkes Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum und Drogenkonsum können mit einer verminderten Spermienqualität verbunden sein. Auch anhaltend hohe Temperaturen im Hodenbereich, beispielsweise durch häufige intensive Hitzeexposition, können die Spermienproduktion vorübergehend beeinträchtigen. Darüber hinaus können bestimmte berufliche oder umweltbedingte Schadstoffexpositionen eine Rolle spielen. Wie stark einzelne Faktoren die Fruchtbarkeit beeinflussen, ist individuell unterschiedlich.
Alter
Auch Männer können grundsätzlich bis ins höhere Alter zeugungsfähig bleiben. Mit zunehmendem Alter können sich jedoch Spermienqualität und DNA-Integrität der Spermien verändern, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft abnehmen kann. Gleichzeitig nimmt das Risiko für neu auftretende genetische Veränderungen in den Spermien zu. Der Einfluss des Alters auf die Fruchtbarkeit ist beim Mann insgesamt weniger ausgeprägt als bei der Frau.
Nach Chemo- oder Strahlentherapie
Nach einer Bestrahlung oder Chemotherapie im Rahmen einer Tumorerkrankung kann die Spermienproduktion vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigt sein. Wie stark die Auswirkungen sind, hängt unter anderem von der Art und Intensität der Behandlung ab.
Erektions- und Ejakulationsstörungen
Erektions- und Ejakulationsstörungen sind auch bei Kinderwunsch keine Seltenheit und können die natürliche Empfängnis erschweren. Dazu gehören Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, ebenso wie ein ausbleibender oder gestörter Samenerguss. Die Ursachen können körperlich, medikamentös oder psychisch bedingt sein; auch der zunehmende Druck durch zeitlich geplanten Geschlechtsverkehr kann eine Rolle spielen. Eine frühzeitige und offene Abklärung ist sinnvoll, da sich häufig gute Behandlungsmöglichkeiten finden lassen.
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Gezielte Diagnostik
Wir untersuchen mögliche Ursachen Schritt für Schritt und beziehen beide Partner in die Abklärung ein. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach Ihrer individuellen Situation und den bereits vorliegenden Befunden.
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Klare medizinische Einordnung
Sie erhalten eine verständliche medizinische Einschätzung statt isolierter Befunde. Wir erklären, was relevant ist und welche Schritte sinnvoll sind.
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Persönliche ärztliche Begleitung
Eine feste Ärztin begleitet Sie durch die Abklärung, kennt Ihre Vorgeschichte und führt die einzelnen Ergebnisse zu einem Gesamtbild zusammen.
Häufige Fragen zu den Ursachen der Unfruchtbarkeit
Was sind die häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit bei der Frau?
Häufige Ursachen sind Störungen der Eizellreifung oder des Eisprungs, Endometriose, Veränderungen der Eileiter oder der Gebärmutter sowie altersbedingte Veränderungen der Eizellqualität. Auch hormonelle Erkrankungen wie PMOS, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder ein erhöhter Prolaktinspiegel können die Fruchtbarkeit beeinflussen. Nicht selten kommen mehrere Faktoren zusammen.
Was sind die häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit beim Mann?
Beim Mann stehen Veränderungen der Spermienproduktion und Spermienqualität im Vordergrund. Darüber hinaus können beispielsweise Varikozelen, Erkrankungen der Hoden, genetische Veränderungen, Infektionen, Störungen des Spermientransports sowie bestimmte Medikamente oder Testosteronpräparate eine Rolle spielen. Auch funktionelle Veränderungen der Spermien werden durch ein klassisches Spermiogramm nicht immer erfasst.
Woran erkennt man eine eingeschränkte Fruchtbarkeit bei der Frau?
Eine eingeschränkte Fruchtbarkeit verursacht nicht immer Beschwerden. Unregelmäßige oder ausbleibende Zyklen, sehr kurze Zyklen oder ausgeprägte Beschwerden beispielsweise bei Endometriose können Hinweise geben. Häufig besteht jedoch ein regelmäßiger Zyklus und die Fruchtbarkeitsstörung fällt erst dadurch auf, dass eine Schwangerschaft über längere Zeit ausbleibt.
Woran erkennt man eine eingeschränkte Fruchtbarkeit beim Mann?
Auch beim Mann gibt es oft keine eindeutigen Symptome. In der Regel wird eine eingeschränkte Fruchtbarkeit erst durch ein Spermiogramm festgestellt, das Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien untersucht. Bei entsprechender Fragestellung können weiterführende Untersuchungen sinnvoll sein, da nicht alle Aspekte der Spermienfunktion durch ein klassisches Spermiogramm erfasst werden.
Können bei beiden Partnern gleichzeitig Ursachen vorliegen?
Ja. Nicht selten finden sich bei beiden Partnern Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft beeinflussen. Deshalb ist es sinnvoll, bei unerfülltem Kinderwunsch Frau und Mann von Beginn an gemeinsam zu betrachten und die Befunde im Zusammenhang zu beurteilen.
Kann die Ursache unklar bleiben, obwohl alle Untersuchungen unauffällig sind?
Ja. Bei einem Teil der Paare lässt sich mit den etablierten Untersuchungen zunächst keine eindeutige Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch feststellen. Man spricht dann von ungeklärter oder idiopathischer Infertilität. Das bedeutet nicht, dass keine Ursache vorhanden ist, sondern dass sich mit den verfügbaren Untersuchungsmethoden zunächst keine eindeutige Erklärung finden lässt.
Welche Rolle spielt das Alter bei der Fruchtbarkeit?
Das Alter ist insbesondere bei Frauen ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Fruchtbarkeit. Mit zunehmendem Alter nehmen Anzahl und vor allem Qualität der Eizellen ab. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft und das Risiko für chromosomale Fehlverteilungen und Fehlgeburten steigt. Auch beim Mann verändern sich mit zunehmendem Alter Spermienparameter und DNA-Integrität, der Alterseffekt ist jedoch insgesamt weniger ausgeprägt.
Wann sollte ich abklären lassen, warum eine Schwangerschaft ausbleibt?
Als Orientierung wird bei Frauen unter 35 Jahren eine Abklärung empfohlen, wenn nach zwölf Monaten regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingetreten ist. Ab 35 Jahren sollte bereits nach sechs Monaten abgeklärt werden; bei Frauen über 40 kann eine unmittelbare Abklärung sinnvoll sein. Unabhängig vom Alter sollte früher untersucht werden, wenn beispielsweise Zyklusstörungen, Endometriose, bekannte Veränderungen der Gebärmutter oder Eileiter, eine mögliche eingeschränkte Eizellreserve oder Hinweise auf eine eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit vorliegen.
Kann der Lebensstil die Fruchtbarkeit beeinflussen?
Ja, Faktoren wie Rauchen, Alkohol, starkes Über- oder Untergewicht und Umweltfaktoren können die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern beeinträchtigen. Nicht jeder Faktor wirkt bei jeder Person gleich, dennoch spielen Lebensstilfaktoren eine wichtige Rolle.
Kann ich trotz eingeschränkter Fruchtbarkeit natürlich schwanger werden?
Ja. Eine eingeschränkte Fruchtbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass eine natürliche Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Viele Befunde – beispielsweise eine verminderte Eizellreserve, Endometriose oder ein eingeschränktes Spermiogramm – können die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringern, ohne sie unmöglich zu machen. Wie hoch die individuelle Chance ist und wie lange ein weiteres Abwarten sinnvoll erscheint, hängt unter anderem vom Alter, der Ursache und Ausprägung der Einschränkung sowie von der Dauer des bisherigen Kinderwunsches ab.