Für les­bi­sche Paa­re gibt es ver­schie­de­ne Wege, sich den Wunsch nach einem gemein­sa­men Kind zu erfül­len. Eine Schwan­ger­schaft mit Spen­der­sa­men kann bei­spiels­wei­se durch eine Inse­mi­na­ti­on oder – je nach medi­zi­ni­scher Aus­gangs­si­tua­ti­on – durch eine IVF ermög­licht wer­den. Dane­ben kom­men Adop­ti­on und die Auf­nah­me eines Pfle­ge­kin­des als Wege zur Fami­li­en­grün­dung infra­ge.

Wel­che Mög­lich­kei­ten bestehen, wie eine Kin­der­wunsch­be­hand­lung mit Spen­der­sa­men abläuft und was les­bi­sche Paa­re recht­lich beach­ten soll­ten, erfah­ren Sie in die­sem Bei­trag.

Was ist eine Regen­bo­gen­fa­mi­lie?

Als Regen­bo­gen­fa­mi­li­en wer­den Fami­li­en bezeich­net, in denen min­des­tens ein Eltern­teil les­bisch, schwul, bise­xu­ell, trans, inter­ge­schlecht­lich oder que­er ist. Kin­der kön­nen bei­spiels­wei­se aus einer frü­he­ren Bezie­hung stam­men, adop­tiert wor­den sein oder nach einer Kin­der­wunsch­be­hand­lung mit Samen­spen­de gebo­ren wer­den. Regen­bo­gen­fa­mi­li­en kön­nen daher sehr unter­schied­li­che Fami­li­en­kon­stel­la­tio­nen umfas­sen.

Der Begriff „Regen­bo­gen­fa­mi­lie“ lei­tet sich von der Regen­bo­gen­flag­ge als Sym­bol der LGBTQ+-Community ab. Regen­bo­gen­fa­mi­li­en gehö­ren heu­te zur Viel­falt der Fami­li­en­for­men in Deutsch­land. Nach Anga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes leb­ten 2024 rund 31.000 gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re mit Kin­dern in Deutsch­land.

Wel­che Mög­lich­kei­ten haben les­bi­sche Paa­re mit Kin­der­wunsch?

Les­bi­sche Paa­re kön­nen mit­hil­fe einer Samen­spen­de eine Schwan­ger­schaft anstre­ben. Wel­che Behand­lung medi­zi­nisch sinn­voll ist, hängt unter ande­rem von Alter, Eizell­re­ser­ve, Zyklus, Eilei­ter­durch­gän­gig­keit und wei­te­ren indi­vi­du­el­len Fak­to­ren ab. Häu­fig kommt zunächst eine intrau­te­ri­ne Inse­mi­na­ti­on (IUI) mit Spen­der­sa­men infra­ge. In bestimm­ten Situa­tio­nen kann eine IVF sinn­voll sein.

Inse­mi­na­ti­on oder IVF mit Spen­der­sa­men?

Bei les­bi­schen Paa­ren erfolgt die Kin­der­wunsch­be­hand­lung in der Regel mit Spen­der­sa­men einer Samen­bank. Vor Beginn der Behand­lung bespre­chen wir die medi­zi­ni­sche Aus­gangs­si­tua­ti­on und klä­ren, wel­ches Ver­fah­ren indi­vi­du­ell geeig­net ist.

Bei einer intrau­te­ri­nen Inse­mi­na­ti­on (IUI) wer­den auf­be­rei­te­te Samen­zel­len zum Zeit­punkt des Eisprungs mit einem dün­nen Kathe­ter direkt in die Gebär­mut­ter ein­ge­bracht. Je nach Zyklus und medi­zi­ni­scher Aus­gangs­si­tua­ti­on kann die Behand­lung im natür­li­chen Zyklus oder mit hor­mo­nel­ler Unter­stüt­zung erfol­gen.

Eine IVF kann bei­spiels­wei­se infra­ge kom­men, wenn eine Inse­mi­na­ti­on medi­zi­nisch wenig erfolg­ver­spre­chend ist, bereits meh­re­re Inse­mi­na­tio­nen erfolg­los geblie­ben sind oder wei­te­re Fak­to­ren wie ein­ge­schränk­te Eilei­ter­funk­ti­on vor­lie­gen. Dabei wer­den Eizel­len ent­nom­men und im Labor mit den Samen­zel­len zusam­men­ge­bracht. Nach erfolg­rei­cher Befruch­tung wird ein Embryo in die Gebär­mut­ter über­tra­gen.

Was ist bei einer Samen­spen­de recht­lich zu beach­ten?

Für die Kin­der­wunsch­be­hand­lung ver­wen­den wir Spen­der­sa­men aus einer Samen­bank. Bei einer ärzt­lich unter­stütz­ten künst­li­chen Befruch­tung wer­den die gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Daten des Samen­spen­ders im Samen­spen­der­re­gis­ter doku­men­tiert. Das so gezeug­te Kind hat einen gesetz­li­chen Anspruch auf Aus­kunft über den Samen­spen­der. Vor Voll­endung des 16. Lebens­jah­res kön­nen die gesetz­li­chen Ver­tre­ter die­sen Anspruch für das Kind gel­tend machen; danach kann das Kind die Aus­kunft nur selbst bean­tra­gen. Der Samen­spen­der kann bei einer sol­chen ärzt­lich unter­stütz­ten Behand­lung recht­lich nicht als Vater des Kin­des fest­ge­stellt wer­den.

Unse­re Kin­der­wunsch­ärz­tin­nen neh­men sich Zeit, Ihre medi­zi­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Fra­gen rund um die Behand­lung mit Spen­der­sa­men in Ruhe zu bespre­chen.

kinderwunsch lesbisch

Wer gilt bei einem les­bi­schen Paar recht­lich als Eltern­teil?

Nach aktu­el­ler Rechts­la­ge wird die Frau, die das Kind zur Welt bringt, auto­ma­tisch recht­li­che Mut­ter. Ihre Ehe­frau oder Part­ne­rin wird dage­gen nicht auto­ma­tisch zwei­ter recht­li­cher Eltern­teil – auch dann nicht, wenn das Paar ver­hei­ra­tet ist und die Schwan­ger­schaft gemein­sam geplant wur­de.

Die Part­ne­rin kann die recht­li­che Eltern­schaft grund­sätz­lich über eine Stief­kind­ad­op­ti­on erlan­gen. Dies ist auch in einer ver­fes­tig­ten nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft mög­lich.

Adop­ti­on eines Kin­des

Seit 2017 kön­nen gleich­ge­schlecht­li­che Ehe­paa­re in Deutsch­land gemein­sam ein Kind adop­tie­ren. Für sie gel­ten grund­sätz­lich die­sel­ben Vor­aus­set­zun­gen wie für ver­schie­den­ge­schlecht­li­che Ehe­paa­re.

Pfle­ge­kind

Auch die Auf­nah­me eines Pfle­ge­kin­des kann für gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re ein Weg zur Fami­li­en­grün­dung sein. Anders als bei einer Adop­ti­on blei­ben bei einem Pfle­ge­ver­hält­nis grund­sätz­lich recht­li­che Bezie­hun­gen zur Her­kunfts­fa­mi­lie bestehen. Wel­che Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein müs­sen, klärt das zustän­di­ge Jugend­amt bezie­hungs­wei­se der jewei­li­ge Pfle­ge­kin­der­dienst.

Wie ent­wi­ckeln sich Kin­der in Regen­bo­gen­fa­mi­li­en?

Nach aktu­el­lem For­schungs­stand zei­gen Kin­der mit gleich­ge­schlecht­li­chen Eltern hin­sicht­lich ihrer psy­chi­schen Ent­wick­lung grund­sätz­lich kei­ne Nach­tei­le gegen­über Kin­dern mit ver­schie­den­ge­schlecht­li­chen Eltern. Eine sys­te­ma­ti­sche Über­sichts­ar­beit und Meta-Ana­ly­se aus dem Jahr 2023 kommt zu dem Ergeb­nis, dass die meis­ten unter­such­ten Fami­li­en-Out­co­mes ver­gleich­bar sind. Für die Ent­wick­lung von Kin­dern spie­len viel­mehr Fak­to­ren wie die Qua­li­tät fami­liä­rer Bezie­hun­gen und das sozia­le Umfeld eine wich­ti­ge Rol­le. Belas­tend kön­nen ins­be­son­de­re Stig­ma­ti­sie­rung und Dis­kri­mi­nie­rung wir­ken.

Kin­der­wunsch für les­bi­sche Paa­re in Mün­chen

In unse­rem pri­va­ten Kin­der­wunsch­zen­trum in Mün­chen beglei­ten wir les­bi­sche Paa­re indi­vi­du­ell auf ihrem Weg zum Wunsch­kind. Im Erst­ge­spräch bespre­chen wir Ihre per­sön­li­che Situa­ti­on, not­wen­di­ge Unter­su­chun­gen und die Mög­lich­kei­ten einer Behand­lung mit Spen­der­sa­men. Je nach medi­zi­ni­scher Aus­gangs­si­tua­ti­on kann bei­spiels­wei­se eine Inse­mi­na­ti­on oder IVF infra­ge kom­men. Dabei erläu­tern wir die ein­zel­nen Behand­lungs­schrit­te trans­pa­rent und neh­men uns Zeit für Ihre Fra­gen rund um die Fami­li­en­grün­dung mit Spen­der­sa­men.

Häu­fi­ge Fra­gen von Regen­bo­gen­fa­mi­li­en

Müs­sen les­bi­sche Paa­re für eine Kin­der­wunsch­be­hand­lung ver­hei­ra­tet sein?

Nein. Eine Ehe ist grund­sätz­lich kei­ne Vor­aus­set­zung für eine Kin­der­wunsch­be­hand­lung mit Spen­der­sa­men. Die recht­li­che Situa­ti­on nach der Geburt unter­schei­det sich jedoch von der bei ver­schie­den­ge­schlecht­li­chen Ehe­paa­ren: Die Part­ne­rin der gebä­ren­den Mut­ter wird der­zeit auch bei bestehen­der Ehe nicht auto­ma­tisch recht­li­cher Eltern­teil.

Wer ist bei einer Samen­spen­de recht­lich Eltern­teil des Kin­des?

Die Frau, die das Kind zur Welt bringt, ist recht­li­che Mut­ter. Ihre Ehe­frau oder Part­ne­rin wird nach aktu­el­ler Rechts­la­ge nicht auto­ma­tisch zwei­ter recht­li­cher Eltern­teil. Sie kann die recht­li­che Eltern­schaft grund­sätz­lich über eine Stief­kind­ad­op­ti­on erlan­gen. Dies ist auch in einer ver­fes­tig­ten nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft mög­lich.

Über­nimmt die Kran­ken­kas­se die Kin­der­wunsch­be­hand­lung bei les­bi­schen Paa­ren?

Für gleich­ge­schlecht­li­che weib­li­che Paa­re über­neh­men die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen die Kos­ten einer Kin­der­wunsch­be­hand­lung nicht. Sowohl Dia­gnos­tik als auch Inse­mi­na­ti­on, IVF oder ICSI müs­sen daher pri­vat finan­ziert wer­den. Wir erstel­len vor Beginn der Behand­lung einen trans­pa­ren­ten Kos­ten­plan, damit Sie alle Pos­ten nach­voll­zie­hen und gut infor­miert ent­schei­den kön­nen.

Wel­che Unter­stüt­zung gibt es für Regen­bo­gen­fa­mi­li­en in Deutsch­land?

Es gibt spe­zia­li­sier­te Bera­tungs­stel­len und Netz­wer­ke, die Regen­bo­gen­fa­mi­li­en unter ande­rem bei Fra­gen zu Kin­der­wunsch, Eltern­schaft, Adop­ti­on und Fami­li­en­all­tag unter­stüt­zen. Der LSVD⁺ bie­tet ent­spre­chen­de Bera­tungs- und Ver­net­zungs­an­ge­bo­te an. In Mün­chen gibt es zudem eine eige­ne Fach- und Bera­tungs­stel­le für Regen­bo­gen­fa­mi­li­en.