Das prämenstruelle Syndrom (PMS) umfasst körperliche und psychische Beschwerden, die wiederkehrend in der Zeit vor der Menstruation auftreten und mit Beginn der Blutung wieder nachlassen. Wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind, ist sehr unterschiedlich. Wenn PMS Ihren Alltag oder Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt, können eine gezielte Abklärung und individuell abgestimmte Behandlung sinnvoll sein. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über Symptome, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten bei PMS.
- Was ist PMS?
- Was kann ich selbst gegen PMS-Beschwerden tun?
- Wie wird PMS behandelt?
- Leide ich unter PMS?
- Häufig gestellte Fragen zu PMS
Was ist PMS?
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet wiederkehrende körperliche und psychische Beschwerden, die in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit Beginn der Menstruation oder kurz danach wieder nachlassen. Dazu können beispielsweise Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung, Brustspannen, Wassereinlagerungen, Müdigkeit oder Schmerzen gehören.
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Vermutet wird unter anderem eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber den normalen hormonellen Veränderungen im Menstruationszyklus.
Was kann ich selbst gegen PMS-Beschwerden tun?
Bei leichteren Beschwerden können regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und Maßnahmen zur Stressreduktion hilfreich sein. Auch Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelentspannung können das Wohlbefinden unterstützen. Ein Verzicht auf Nikotin sowie ein bewusster Umgang mit Alkohol und Koffein können ebenfalls sinnvoll sein.
Auch Ernährung und einzelne Nahrungsergänzungsmittel werden im Zusammenhang mit PMS untersucht. Für einige Maßnahmen gibt es Hinweise auf eine mögliche Wirkung, die Studienlage ist jedoch je nach Präparat unterschiedlich. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb nicht pauschal, sondern bei Bedarf individuell ausgewählt werden.
Wie wird PMS behandelt?
Die Behandlung richtet sich danach, welche Beschwerden auftreten, wie stark sie ausgeprägt sind und wie sehr sie den Alltag beeinträchtigen. Häufig werden mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert.
Bei körperlichen Beschwerden wie Schmerzen können beispielsweise Schmerzmittel eingesetzt werden. Bei ausgeprägten psychischen Beschwerden oder einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) können selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) eine wirksame Behandlungsoption sein. Je nach Präparat und individueller Situation ist eine kontinuierliche oder zeitlich begrenzte Einnahme in der zweiten Zyklushälfte möglich.
Auch kombinierte hormonelle Verhütungsmittel können bei manchen Frauen prämenstruelle Beschwerden reduzieren. Welche Behandlung infrage kommt, besprechen wir individuell und berücksichtigen dabei Ihre Beschwerden, mögliche Risikofaktoren und einen bestehenden Kinderwunsch.
Ergänzend können beispielsweise Bewegung, Stressreduktion und psychotherapeutische Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie sinnvoll sein.
Leide ich unter PMS?
Typische Symptome in der zweiten Zyklushälfte sind:
- Brustspannen
- Wassereinlagerungen
- Müdigkeit oder Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmung
- Kopf‑, Rücken- oder Unterbauchschmerzen
- Konzentrationsprobleme
Ein Symptomtagebuch kann wichtige Hinweise geben. Notieren Sie über mindestens zwei Menstruationszyklen, welche Beschwerden auftreten, wie stark sie ausgeprägt sind und wann sie wieder nachlassen. Typisch für PMS ist ein wiederkehrendes Auftreten in der zweiten Zyklushälfte mit deutlicher Besserung während oder kurz nach Beginn der Menstruation.
Im ärztlichen Gespräch klären wir Ihre Beschwerden und deren zeitlichen Zusammenhang mit dem Zyklus. Bei Bedarf können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, um andere mögliche Ursachen auszuschließen. Blut- oder Hormonuntersuchungen werden deshalb gezielt eingesetzt, wenn sich aus Ihrer Vorgeschichte oder Ihren Beschwerden entsprechende Hinweise ergeben.
Bei besonders ausgeprägten psychischen Beschwerden prüfen wir außerdem, ob eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) vorliegen könnte.
Termin vereinbarenHäufige Fragen zu PMS
Welches Hormon fehlt bei PMS?
Bei PMS fehlt in der Regel kein bestimmtes Hormon. Vielmehr geht man davon aus, dass Betroffene empfindlicher auf die normalen hormonellen Veränderungen im Menstruationszyklus reagieren. Deshalb lassen sich PMS oder PMDS auch nicht anhand eines einzelnen Hormonwerts feststellen.
Wann sind PMS-Symptome am schlimmsten?
PMS-Beschwerden treten typischerweise in den Tagen vor der Menstruation auf und können kurz vor Beginn der Blutung besonders ausgeprägt sein. Mit Beginn der Menstruation oder kurz danach bessern sie sich in der Regel deutlich.
Welche Vitamine fehlen bei PMS?
PMS bedeutet nicht automatisch, dass ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel vorliegt. Für einzelne Nährstoffe wie Calcium gibt es Hinweise, dass eine ausreichende Zufuhr bestimmte PMS-Beschwerden lindern kann. Ob Nahrungsergänzungsmittel individuell sinnvoll sind, sollte abhängig von Ernährung, Beschwerden und möglichen Vorerkrankungen beurteilt werden.
Was hilft sofort bei PMS?
Bei akuten körperlichen Beschwerden können je nach Symptom Wärme, Bewegung oder geeignete Schmerzmittel helfen. Entspannungsübungen können zusätzlich unterstützen. Bei regelmäßig starken Beschwerden sollte jedoch nicht nur akut behandelt, sondern ärztlich geklärt werden, welche längerfristige Therapie sinnvoll ist.
Kann PMS mit Schwangerschaft verwechselt werden?
Ja. Beschwerden wie Brustspannen, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen können sowohl vor der Menstruation als auch in einer frühen Schwangerschaft auftreten. Bleibt die erwartete Periode aus, kann ein Schwangerschaftstest Klarheit geben.
Kann PMS im Alter schlimmer werden?
PMS-Beschwerden können sich im Laufe des Lebens verändern. Manche Frauen berichten insbesondere in der Perimenopause über stärkere prämenstruelle Beschwerden. Gleichzeitig können in dieser Lebensphase weitere Beschwerden auftreten, sodass eine genaue Abgrenzung sinnvoll sein kann.
