Vitamin D und Kinderwunsch

Vitamin D und Kinderwunsch

Kaum ein Vitamin wird so viel und kontrovers diskutiert, wie Vitamin D. Ein spannendes Vitamin, da es einerseits über die Nahrung aufgenommen werden kann, und andererseits zu einem großen Teil in der Haut durch Sonneneinstrahlung (UVB Licht) vom Körper selbst produziert wird. Vitamin D ist nur in wenigen Lebensmitteln enthalten (z.B. in fetten Seefischen, Innereien, in geringerem Maße auch in Eigelb und Margarine), so dass nur ein kleiner Anteil, ca. 10 – 20 % über die Nahrung aufgenommen werden kann und ein viel größerer Teil durch Sonneneinstrahlung vom Körper selbst gebildet werden muss. Dies ist in unseren Breitengraden leider nur von etwa März bis Oktober möglich und ein Vitamin D Mangel ist recht häufig. Für Frauen bzw. Paare mit Kinderwunsch stellt sich oftmals die Frage, welche Rolle Vitamin D für die Fruchtbarkeit spielt.

 

Vitamin D: Wichtig für die Gesundheit

Vitamin D ist an vielen Stoffwechselvorgängen und bei der Steuerung einer Vielzahl von Genen beteiligt. Es gibt eine Vielzahl von Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin D Spiegel und Auftreten von chronischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen zeigen. Eine kausale Beziehung konnte bislang jedoch noch nicht gezeigt werden.

 

Wie kann der Vitamin D Spiegel bestimmt werden?

Der Vitamin D Spiegel kann im Blut gemessen werden. Nach internationalen Kriterien spricht man < 12 ng/ml von einem Vitamin D Mangel und bei einem Wert < 20 ng/ml von einer suboptimalen Versorgung.

 

Wie sieht die Empfehlungen zur Einnahme aus?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen die Einnahme von 20 ug Vitamin D pro Tag. In vielen Präparaten wird die Dosierung in Einheiten angegeben, das entspricht 800 I.E. Dies gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Körper kein eigenes Vitamin D bildet.

 

Welchen Einfluss hat Vitamin D auf die Fruchtbarkeit und auf die Chance schwanger zu werden?


Interessanterweise schwanken die Schwangerschaftsraten auf unserer Nordhalbkugel in Abhängigkeit von den Jahreszeiten. So sind die Schwangerschaftsraten im Sommer und im Herbst am höchsten, in den Jahreszeiten mit den höchsten Vitamin D Konzentrationen (Muscogiuri et al. 2017).

Eine ganze Reihe von Studien in hochkarätigen Fachzeitschriften beschreibt einen positiven Zusammenhang zwischen der Schwangerschafts- und Geburtenrate und dem Vitamin D Spiegel. Eine große Übersichtsarbeit, die 11 Studien mit insgesamt über 2700 Frauen untersucht hat, zeigte, dass bei einer IVF/ICSI Behandlung die Schwangerschaftschancen und Lebendgeburtenraten bei Frauen mit einem niedrigen Vitamin D Spiegel geringer sind, als bei Frauen, mit einer guten Vitamin D Versorgung (Chu et al. 2018).

Eine andere Studie in England untersuchte den Vitamin D Spiegel und die Lebendgeburtrate nach einer künstlichen Befruchtung bei 500 Frauen. 50 % der Frauen hatten einen Vitamin D Mangel, 30 % einen niedrigen Vitamin D Spiegel zwischen 20 – 29 ug/l und nur 16 % einen ausreichen hohen Vitamin D Spiegel von > 30 ug/l. Die Ergebnisse zeigten, dass 24 % der Frauen mit einem niedrigen, 27 % der Frauen mit einem mittleren Vitamin D, und 34 % der Frauen mit einem Wert > 30 ug/l eine Lebendgeburt hatten (Chue et al. 2019).

Weitere Studien zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen dem AMH-Wert, der Eizellreserve und dem Vitamin D Spiegel.

Auch häufige Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Kinderwunsch auftreten, wie das PCO-Syndrom und Endometriose stehen im Zusammenhang mit einem niedrigen Vitamin D Spiegel.

Haben Sie weitere Fragen?

Ich freue mich darauf, Sie persönlich zu beraten! Nicht nur in Zeiten wie diesen, begrüßen übrigens immer mehr PatientInnen die flexible Möglichkeit der Videosprechstunde.

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Literatur

Muscogiuri G., Altieri B., de Angelis C., Palomba S., Pivonello R., Colao A., Orio F. Shedding new light on female fertility: The role of vitamin D.Rev. Endocr. Metab. Disord.2017;18:273–283

Chu J., Gallos I., Tobias A., Tan B., Eapen A., Coomarasamy A. Vitamin D and assisted reproductive treatment outcome: A systematic review and meta-analysis.Hum. Reprod.2018;33:65–80.