Wer eine Schwangerschaft plant, kann bereits vor der Empfängnis wichtige Voraussetzungen für einen gesunden Schwangerschaftsverlauf schaffen. Dazu gehören unter anderem die Einnahme von Folsäure, die Überprüfung des Impfstatus, ein gesunder Lebensstil sowie die Abklärung bestehender Erkrankungen und regelmäßig eingenommener Medikamente.
- Warum ist die Vorbereitung auf eine Schwangerschaft so wichtig?
- Welche Untersuchungen sind vor einer Schwangerschaft sinnvoll?
- Zyklus nutzen, um schneller schwanger zu werden
- Wie Sie Ihren Lebensstil anpassen können
Warum ist die Vorbereitung auf eine Schwangerschaft wichtig?
Einige wichtige Entwicklungsschritte des Embryos finden bereits in den ersten Wochen nach der Empfängnis statt – häufig zu einem Zeitpunkt, an dem die Schwangerschaft noch gar nicht bekannt ist. Deshalb ist es sinnvoll, bestimmte gesundheitliche Fragen bereits bei Kinderwunsch zu berücksichtigen.
Ein wichtiges Beispiel ist Folsäure: Sie sollte bereits vor der Schwangerschaft eingenommen werden, da sich das Neuralrohr sehr früh in der embryonalen Entwicklung schließt. Eine ausreichende Folsäureversorgung kann das Risiko für Neuralrohrdefekte senken. Auch der Impfstatus, bestehende Erkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente sowie Ernährung und Lebensstil können schon vor einer Schwangerschaft relevant sein. Gesund ins Leben
Eine Beratung vor der Schwangerschaft – auch als präkonzeptionelle Beratung oder Preconception Care bezeichnet – bietet die Möglichkeit, diese Faktoren frühzeitig zu besprechen und bei Bedarf individuell anzupassen.
Welche Untersuchungen sind vor einer Schwangerschaft sinnvoll?
Welche Untersuchungen vor einer Schwangerschaft sinnvoll sind, hängt von Ihrer persönlichen Vorgeschichte, bestehenden Erkrankungen, regelmäßig eingenommenen Medikamenten und möglichen Risikofaktoren ab. In der präkonzeptionellen Beratung prüfen wir deshalb individuell, welche Untersuchungen und Maßnahmen für Sie relevant sind.
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Impfstatus überprüfen
Vor einer Schwangerschaft sollte der Impfstatus überprüft und sollten bestehende Impflücken möglichst geschlossen werden. Besonders wichtig ist der Schutz vor Masern, Röteln und Varizellen (Windpocken), da die dafür verwendeten Lebendimpfstoffe während einer Schwangerschaft nicht verabreicht werden sollen. Nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff sollte eine Schwangerschaft für einen Monat vermieden werden.
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Bestehende Erkrankungen und Medikamente besprechen
Chronische Erkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck können bereits vor einer Schwangerschaft eine angepasste Betreuung erforderlich machen. Auch regelmäßig eingenommene Medikamente sollten überprüft werden, da manche Wirkstoffe bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft angepasst oder ersetzt werden müssen. Medikamente sollten jedoch nicht eigenständig abgesetzt werden.
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Gynäkologische Vorsorge
Auch der aktuelle Stand der gynäkologischen Vorsorge kann besprochen werden. Ob darüber hinaus Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach Ihrer individuellen Vorgeschichte und möglichen Beschwerden.
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Infektionen gezielt abklären
Untersuchungen auf bestimmte Infektionen können je nach Vorgeschichte, Beschwerden oder individuellen Risikofaktoren sinnvoll sein. Eine routinemäßige umfassende Infektionsdiagnostik ist dagegen nicht bei jeder Frau mit Kinderwunsch erforderlich.
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Nährstoffversorgung
Eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen sind bereits bei Kinderwunsch sinnvoll. Besonders relevant ist Folsäure, mit deren Einnahme bereits vor der Schwangerschaft begonnen werden sollte. Ob weitere Nahrungsergänzungsmittel oder Laboruntersuchungen sinnvoll sind, hängt von Ernährung, Vorerkrankungen und individuellen Risikofaktoren ab.
Zyklus nutzen, um schneller schwanger zu werden?
Die fruchtbaren Tage liegen rund um den Eisprung. Wer seinen Zyklus kennt, kann diesen Zeitraum besser einschätzen und Geschlechtsverkehr gezielt in die fruchtbare Phase legen. Dabei können beispielsweise Zyklusbeobachtung oder Ovulationstests helfen.
Wenn der Eisprung unklar ist, der Zyklus unregelmäßig verläuft oder eine Schwangerschaft länger auf sich warten lässt, kann ein professionelles Zyklusmonitoring sinnvoll sein. Mithilfe von Ultraschall und gegebenenfalls Hormonwerten lässt sich die Follikelreifung beobachten und der Zeitpunkt des Eisprungs genauer eingrenzen.
Wie Sie Ihren Lebensstil anpassen können
Ein gesunder Lebensstil schafft gute Voraussetzungen für eine Schwangerschaft und ist bereits in der Kinderwunschzeit sinnvoll. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung sowie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Auch das Körpergewicht und die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen können eine Rolle spielen.
Vorbereitungen und Verhaltenstipps für die Kinderwunschzeit:
Ernährung
Bereits bei Kinderwunsch ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung empfehlenswert. Im Mittelpunkt sollten vor allem Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse stehen. Ergänzend können unter anderem Milchprodukte, Eier und Fisch Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Eine spezielle Ernährungsweise, die nachweislich schneller zu einer Schwangerschaft führt, gibt es nach aktuellem Wissensstand nicht.
Sobald eine Schwangerschaft besteht, sollten zusätzlich bestimmte Lebensmittel gemieden werden, um das Risiko für Lebensmittelinfektionen wie Listeriose oder Toxoplasmose zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere rohe tierische Lebensmittel und Rohmilchprodukte.
Nahrungsergänzungsmittel
Bereits bei Kinderwunsch wird die Einnahme von Folsäure empfohlen. Frauen, die schwanger werden möchten, sollten zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung täglich 400 µg Folsäure beziehungsweise eine äquivalente Menge anderer Folate einnehmen. Die Einnahme sollte möglichst ab Kinderwunsch, spätestens jedoch vier Wochen vor der Empfängnis beginnen und bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche fortgesetzt werden.
Wer weniger als vier Wochen vor der Empfängnis oder erst nach Eintritt der Schwangerschaft mit der Einnahme beginnt, sollte täglich 800 µg Folsäure beziehungsweise eine äquivalente Menge anderer Folate einnehmen. Folsäure ist insbesondere für die frühe Entwicklung des Nervensystems wichtig und kann das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida („offener Rücken“) reduzieren. Das Neuralrohr schließt sich bereits etwa vier Wochen nach der Empfängnis – deshalb ist die Einnahme schon vor der Schwangerschaft wichtig.
Ob darüber hinaus weitere Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, hängt von der individuellen Ernährung und gesundheitlichen Situation ab und sollte bei Bedarf ärztlich besprochen werden.
Gewicht
Sowohl Untergewicht als auch Übergewicht können die Fruchtbarkeit und den Verlauf einer Schwangerschaft beeinflussen. Bei Kinderwunsch ist deshalb eine bestmögliche Annäherung an ein Normalgewicht sinnvoll. Im Mittelpunkt sollten dabei eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität stehen.
Insbesondere Übergewicht und Adipositas vor der Schwangerschaft sind mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes verbunden. Auch bei Untergewicht ist eine ausreichende Energie- und Nährstoffversorgung wichtig. Wenn Sie Ihr Gewicht bei Kinderwunsch verändern möchten, kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein.
Rauchen
Rauchen kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und ist mit einer verminderten Eizellreserve verbunden. Bei Kinderwunsch ist es deshalb empfehlenswert, vollständig auf das Rauchen zu verzichten. Damit reduzieren Sie zugleich gesundheitliche Risiken für eine spätere Schwangerschaft. Rauchen ist unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten und Eileiterschwangerschaften verbunden.
Alkohol
Bei Kinderwunsch wird empfohlen, auf Alkohol zu verzichten. So vermeiden Sie auch eine Alkoholexposition in der sehr frühen Schwangerschaft, wenn diese möglicherweise noch nicht bekannt ist. Während der gesamten Schwangerschaft sollte kein Alkohol getrunken werden.
Kaffee
In der Schwangerschaft sollten Sie Koffein nur in moderaten Mengen zu sich nehmen. Als Obergrenze gelten 200 mg Koffein pro Tag – aus Kaffee, Tee, Cola, Schokolade und anderen koffeinhaltigen Lebensmitteln und Getränken zusammen. Das entspricht beispielsweise etwa zwei Tassen Filterkaffee à 200 ml.
Gut vorbereitet in die Schwangerschaft
Wer eine Schwangerschaft plant, kann bereits im Vorfeld wichtige gesundheitliche Voraussetzungen berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem die Einnahme von Folsäure, die Überprüfung des Impfstatus sowie ein gesunder Lebensstil. Bestehende Erkrankungen und regelmäßig eingenommene Medikamente sollten ebenfalls frühzeitig ärztlich besprochen werden.
Wenn Sie Fragen zu Ihrer Fruchtbarkeit haben oder eine Schwangerschaft länger auf sich warten lässt, beraten unsere Kinderwunschärztinnen Sie individuell und klären ab, welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind.
