regenbogenfamilien mit kinderwunsch

Regenbogenfamilie: Weg zum Wunschkind

20. Oktober 2020 von Dr. med. Corinna Mann

Regenbogenfamilien sind bunt und vielschichtig. Wie werden lesbische oder schwule Paare zu Regenbogeneltern? Wie viele solcher Familien gibt es in Deutschland und wie leben sie? Wir werfen einen Blick auf häufige Fragen und erklären, wie der Traum vom eigenen Kind wahr werden kann.

Definition: Was ist eine Regenbogenfamilie?

Gleichgeschlechtliche Paare mit eigenem oder adoptiertem Kind werden als „Regenbogenfamilie“ bezeichnet. Im weiteren Sinne fallen aber auch Paare mit einem Elternteil darunter, das lesbisch, homo-, bi- oder transsexuell ist.

Die häufigste Form der Regenbogenfamilie ist diejenige, die aus einer vorangegangenen heterosexuellen Beziehung entsteht. Das bedeutet: Ein Partner findet mit der Zeit heraus, dass er lesbisch oder schwul ist und outet sich.

Es gibt aber auch immer mehr gleichgeschlechtliche Paare, die sich selbstbewusst für die Gründung einer Familie entscheiden. Zu einem Kind verhilft ihnen zum Beispiel eine künstliche Befruchtung oder eine Adoption. Seit auch Regenbogenpaare heiraten dürfen, ist die Gründung einer Familie deutlich einfacher geworden.

Warum spricht man von „Regenbogenfamilien“?

Der Begriff stammt von der „Regenbogenflagge“, einem Symbol für homosexuelle Männer, lesbische Frauen, Bisexuelle und Co.

Statistik: Wie viele Regenbogenfamilien gibt es in Deutschland?

Laut Bundeszentrale für politische Bildung gibt es rund 9.500 gleichgeschlechtliche Paare mit mindestens einem Kind in Deutschland. Rund 14.000 Kinder leben in Regenbogenfamilien.

 

Wie können gleichgeschlechtliche Paare ihren Kinderwunsch erfüllen?

Mit der Einführung der „Ehe für alle“ haben lesbische und schwule Paare deutlich mehr Möglichkeiten als früher, sich ihren Traum vom Wunschkind zu erfüllen. Von der künstlichen Befruchtung bis zur Adoption gibt es verschiedene Optionen.

Künstliche Befruchtung

Die künstliche Befruchtung ist eine Option für Lesben mit Kinderwunsch, die sich für eine eingetragene Lebenspartnerschaft oder eine Ehe entschieden haben. Dabei kommen Spendersamen zum Einsatz, die von einer Samenbank stammen. Für die Samenspende werden nur Männer zugelassen, die strenge gesundheitliche Vorgaben erfüllen.

Es gibt zwei Verfahren, die für die künstliche Befruchtung infrage kommen. Bei der Insemination werden die Spendersamen durch einen dünnen, weichen Katheter in die Gebärmutterhöhle gespült. Dort nimmt die Befruchtung ihren natürlichen Lauf. Helfen kann eine hormonelle Stimulation, falls Zyklusstörungen die Behandlung erschweren.

Nach mehreren erfolglosen Inseminationen oder bei verschlossenen Eileitern kommt eine IVF infrage. Dabei werden Eizelle und Samen im Labor zusammengebracht. Die befruchtete Eizelle wird schließlich in die Gebärmutter eingesetzt.

Wir beraten lesbische Paare gerne in unserem privaten Kinderwunschzentrum 'Die Kinderwunschärztin' in München und führen entsprechende Behandlungen durch. Unsere Kinderwunschärztin Frau Dr. Mann nimmt sich gerne Zeit, alle Fragen in Ruhe von Frau zu Frau zu besprechen.

Zyklusstörungen behandeln

Fruchtbarkeitstest für Frauen

Planen Sie, den Traum einer Regenbogenfamilie Wirklichkeit werden zu lassen? Mit unseren zwei speziell entwickelten Fruchtbarkeitstest bieten wir Ihnen die Möglichkeit, einen ersten Einblicke in Ihre Eizellreserven und allgemeine Fruchtbarkeitsgesundheit zu erhalten – bequem von zu Hause aus oder durch einen persönlichen Termin bei uns vor Ort im Kinderwunschzentrum.

Zum Fruchtbarkeitstest
Frau denkt über einen Fruchtbarkeitstest nach

Stiefkind-Adoption

Wenn ein Partner ein Kind aus einer früheren heterosexuellen Beziehung mit in die Familie bringt, kann es der andere Partner adoptieren. Die Voraussetzung ist, dass der biologische Vater oder die biologische Mutter das Kind zur Adoption freigibt. Nach der Adoption haben beide Partner das gemeinsame Sorgerecht. Es bleibt auch nach einem möglichen Ende der Ehe bestehen.

Adoption

Seit 2017 dürfen gleichgeschlechtliche Paare gemeinsam ein fremdes Kind adoptieren und so eine Regenbogenfamilie gründen. Allerdings gibt es in Deutschland nicht viele Kinder, die dafür infrage kommen. Auf ein Kind, das adoptiert werden kann, kommen sechs potentielle Adoptiveltern.

Pflegekind

Regenbogeneltern, die nicht heiraten wollen und sich auch gegen eine eingetragene Lebenspartnerschaft entschieden haben, können dennoch ein Pflegekind aufnehmen. Wichtig ist zu wissen, dass ein Pflegekind immer zwei Familien hat: seine biologische und seine soziale. Allerdings bleiben 97 % der Pflegekinder in ihrer Pflegefamilie, bis sie erwachsen werden.

 

In welchen Ländern dürfen Homosexuelle Kinder adoptieren?

Entsprechende Adoptionen sind in vielen europäischen Ländern erlaubt, nicht nur in Deutschland. Frankreich, Großbritannien, Spanien, Schweden und Norwegen ermöglichen es gleichgeschlechtlichen Paaren ebenfalls, Kinder zu adoptieren. In Italien und vielen osteuropäischen Ländern sieht die Lage anders aus: In Tschechien, Kroatien, Polen und Ungarn ist schwulen und lesbischen Paare die Adoption verboten. Ähnlich sieht es in Afrika und Asien aus. Liberaler sind die USA, Australien und Teile Südamerikas.

 

Welchen Vorurteilen sind Regenbogenfamilien ausgesetzt?

Kritiker meinen oft, dass ein Kind sowohl eine Mutter als auch einen Vater bräuchte, um optimal aufwachsen zu können. Aus wissenschaftlicher Sicht ist diese These jedoch nicht haltbar: Laut einer Meta-Analyse der University of Colorado und der University of Oregon haben Kinder keine wesentlichen Nachteile, wenn sie mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen.

Für Kinder ist es am wichtigsten, dass sie in einem liebevollen Umfeld groß werden. Die Beziehungsqualität innerhalb der Regenbogenfamilie spielt eine weitaus größere Rolle als das Geschlecht der Eltern.

 

Gibt es Vor- und Nachteile von Regenbogenfamilien?

Für die meisten LGBT-Familien ist ihr Nachwuchs ein absolutes Wunschkind. Das Paar bereitet sich gründlich auf die Geburt oder die Adoption vor und schafft dadurch wichtige Voraussetzungen für einen guten Start des gemeinsamen Familienlebens. Positiv auswirken kann sich auch die egalitäre Rollenverteilung: Viele Lesben fühlen sich mit dem Gedanken wohl, die Kindererziehung 100-prozentig gleichberechtigt teilen zu können.

Studien zufolge sind Kinder aus Regenbogenfamilien nicht häufiger Diskriminierungen ausgesetzt als andere. Zwar werden entsprechende Kinder von Gleichaltrigen häufig auch als „lesbisch“ oder „schwul“ bezeichnet, aber ein stabiles soziales Umfeld scheint diese Hänseleien auszugleichen. Eine harmonische Familie, stabile Freundschaften und eine enge Vernetzung innerhalb der LGBT-Community fallen offenbar mehr ins Gewicht.

Sie möchten sich beraten lassen?

Unsere Kinderwunschärztin ist gerne für Sie da. Wir sind offen für lesbische Paare und behandeln sie auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Unser privates Kinderwunschzentrum in München ist zentral in der Nähe des Karlsplatz/Stachus gelegen und bietet eine persönliche Atmosphäre. Wir beraten Sie von Frau zu Frau! Per Online-Buchungstool oder unter 089/123 595 65 können Sie einen Termin vereinbaren.

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